Konstruktionsschwächen von

Eurofighter: Chance für Ausstieg?

Fehlerhafte Konstruktion: Klug soll laut Pilz Stilllegung des Betriebs veranlassen

Eurofighter © Bild: 2012 AFP/Getty/MOHAMMED MAHJOUB

Der grüne Sicherheitssprecher Peter Pilz sieht angesichts der bekannt gewordenen Konstruktionsschwächen bei den österreichischen Eurofightern wieder die Chance für einen Ausstieg aus dem Vertrag. Verteidigungsminister Gerald Klug (SPÖ) solle nun zumindest die Stilllegung der 15 Kampfflugzeuge verkünden, forderte er bei einer Pressekonferenz. Sonst drohten parlamentarische Konsequenzen.

"Es ist jetzt aus mit den Eurofightern und das soll die Politik endlich einmal zur Kenntnis nehmen", sieht Pilz die Zeit für einen Ausstieg reif. Die Flugzeuge seien ohnehin de facto nicht betriebsfähig und würden mit den neuesten Erkenntnissen "ein großes technisches Risiko" darstellen. Die Auswirkungen sind laut Pilz "noch nicht absehbar". Empört ist Pilz zudem darüber, dass - im Gegensatz zu Deutschland - die heimischen Abgeordneten erst via Medien über die Mängel erfahren mussten.

Vertragskündigung als 2. Schritt

"Klug soll am Freitag an die Öffentlichkeit treten", verlangt Pilz nun Ansagen vom Verteidigungsminister, die Eurofighter erst einmal stillzulegen. "Das ist das Mindeste, was jetzt passieren muss." Als zweiten Schritt fordert der Grüne eine Vertragskündigung, welche die Grünen nun juristisch prüfen würden. Aber auch ein sogenannter Deckungskauf aufkosten von Airbus kommt für den Sicherheitssprecher infrage, wobei der Differenzbetrag auf die teurere Variante zurückgezahlt würde.

Sollte Klug nicht bald reagieren, droht Pilz mit Konsequenzen. Er will nicht nur den Nationalrat mit der Causa beschäftigen, sondern überlegt auch, den Nationalen Sicherheitsrat einzuberufen.

Auch Österreichs Flieger haben Probleme

Auch die 15 österreichischen Eurofighter sind von den erst jüngst in Deutschland festgestellten Konstruktionsschwächen betroffen. Das gab das Verteidigungsministerium Mittwochvormittag bekannt. Grund zur Panik besteht aber nicht. Der Mangel würde nämlich unter Beibehaltung der derzeitigen Flugstunden erst in 15 Jahren zu Folgen am Eurofighter führen.

Dass es ein Problem gibt, ist offenbar schon länger bekannt. Die entsprechende Information wurde nämlich schon im August durch die Herstellerfirma an die zuständige Stelle im Bundesheer weitergegeben, berichtet das Verteidigungsministerium. Der Mangel hat zur Folge, dass die Haltbarkeit eines Bauteiles am Rumpfhinterteil der Tranche 1-Flugzeuge von 6.000 auf 2.000 Flugstunden reduziert wurde.

Die deutsche Regierung hatte bereits am Dienstagabend versichert, dass der Produktionsfehler keine Auswirkungen auf die aktuelle Flugsicherheit habe. Die "freigegebene Lebensdauer" wurde aber von 3.000 auf 1.500 Flugstunden reduziert. Bis diese erreicht sind, sollte die Industrie die Probleme bereits behoben haben, hofft man im deutschen Verteidigungsressort.

Ob der Mangel am Flieger Auswirkungen rechtlicher Natur hat, steht noch nicht fest. Aus dem österreichischen Verteidigungsministerium hieß es auf APA-Anfrage, man prüfe alle rechtlichen Schritte.

Kommentare

sanu melden

Könnte man nicht den Pilz stilllegen, seine Stichelein usw. nerven schon gewaltig!!! Und die Fehler läßt mal man ganz nebenbei von der Firma beheben und gut is?!

christian95 melden

Guter Vorschalg: Alles Vertuschen, dem Steuerzahler die Kosten auferlegen und schön reden....... das funktioniert schon seit dem Kreig und die Bürger sind damit sehr zufrieden.
Damit nicht immer solche Mißstände öffentlich werden die Opposition verbieten. In China hat sich das bewährt.

christian95 melden

Seit vielen Jahren wird Peter Pilz (Grüne) fast "gesteinigt" weil er immer wieder auf die machenschaften beim Euroflieger hin weist.
"Ist ja doch nicht alles erfunden"!
Und der Oberbefehlshaber des Heeres (der Bundespräsident) schweigt zu allem. In der Wirtschaft könnte sich ein Gen. Dir. so etwas nicht erlauben.
Ob er bei einem HC Strache als Heeresminister auch so leise wäre???

günza melden

Ersten ist das der Verteidigungsminister und zweitens kannst den Strache kleinschneiden und in ein Semmerl legen. Glaubst Du ernsthaft das der gute geeignet dafür wäre. Die FPÖ ist gut als Oppositionspartei, aber bitte in keine Regierung.

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