Konsequenz nach 'Super Tuesday'-Vorwahl:
Kandidat Mitt Romney wirft Handtuch hin

Ausstieg des Multi-Millionärs: "Hasse es zu verlieren" McCain als republikanischer Spitzenkandidat quasi fix

Konsequenz nach 'Super Tuesday'-Vorwahl:
Kandidat Mitt Romney wirft Handtuch hin © Bild: AP/Krupa

Der republikanische Politiker Mitt Romney steigt aus dem Rennen um das US-Präsidentenamt aus. Dies gab er in einer vom US-Sender CNN live übertragenen Rede in Washington bekannt. "Ich habe das Gefühl, dass ich jetzt beiseitetreten sollte", um die Reihen bei den Republikanern im Kampf um das Weiße Haus gegen die Demokraten zu schließen, erklärte der frühere Gouverneur von Massachusetts. Aus Parteikreisen war dies zuvor bereits verlautet. Senator John McCain aus Arizona steht nun praktisch als Spitzenkandidat der Republikaner bei der US-Präsidentschaftswahl am 4. November fest.

Es sei keine einfache Entscheidung für ihn, so der 60-jährige Romney. Ginge es nur um ihn, würde er weitermachen: "Ich hasse es, zu verlieren." Er trete zurück "für unsere Partei und für unser Land". Andernfalls würde er "den Start einer nationalen Kampagne verhindern und es den Senatoren (Hillary) Clinton und (Barack) Obama leichter machen, die Präsidentschaftswahl zu gewinnen". Seinen bisher schärfsten parteiinternen Konkurrenten McCain wollte Romney aber nicht ausdrücklich unterstützen.

Differenzen mit McCain
McCain sei im Vergleich zu Clinton und Obama zwar die bessere Wahl, sagte Romney und bezog sich dabei insbesondere auf deren Ablehnung des US-Krieges im Irak und deren Versprechen, bei einem Wahlsieg raschestmöglich die US-Truppen aus dem Irak abzuziehen. Zugleich unterstrich er aber die Differenzen mit McCain. Im Wahlkampf hatte Romney den Senator aus Arizona mehrfach als "Liberalen" und nicht richtigen Konservativen hingestellt. Am "Super-Tuesday" hatte McCain die wichtigsten und meisten Abstimmungen in für sich entschieden.

Super Tuesday
Romney verlor am Super-Wahltag 14 von 21 Staaten, gewann aber Massachusetts, Alaska, Minnesota, Colorado und Utah. Zuvor hatte er schon Nevada, Maine, Michigan und Wyoming für sich entschieden. Nach Angaben der "New York Times" lag Romney danach rund 550 Delegiertenstimmen hinter McCain zurück. Dennoch hatte er nach den Wahlen zunächst angekündigt, weiterkämpfen zu wollen. Seinen Wahlkampf finanzierte er zum Großteil selbst, mit einem geschätzten Vermögen von 800 Millionen US-Dollar (549 Mio. Euro) trauten ihm Beobachter durchaus zu, die Kampagne weiter fortzusetzen. Gleichzeitig schrieben sie dem Mormonen aber kaum Chancen zu, gegenüber dem klaren Favoriten Boden gutzumachen. Romney habe eingesehen, dass es rechnerisch praktisch unmöglich für ihn sei, sich noch die Nominierung zu sichern, hieß es. Er hätte mindestens Dreiviertel aller noch bei anstehenden Vorwahlen zu gewinnenden Delegiertenstimmen auf sich vereinen müssen.

Multi-Millionär
Der Harvard-Absolvent Romney war 1984 einer der Gründer der Investmentgesellschaft Bain Capital und machte damit ein Vermögen. Als ein Korruptionsskandal die Vorbereitung der Olympischen Winterspiele 2002 in Salt Lake City erschütterte, übernahm er den Vorsitz des Organisationskomitees und rettete die Spiele vor dem Scheitern. 2002 wurde er zum Gouverneur von Massachusetts gewählt. Er gab das Amt 2007 ab. In gesellschaftlichen Fragen wie Rechten von Homosexuellen und Abtreibung hat er seine Position gewechselt und lehnt beides mittlerweile strikt ab. Romney ist verheiratet und hat fünf Kinder. Sein Vater George Romney hatte drei Amtszeiten als Gouverneur von Michigan absolviert.

Wahlkampf-"Aussetzung"
Nun gab Romney die "Aussetzung" seines Wahlkampfs bekannt, was ein Ausscheiden aus dem Wettbewerb bedeutet. Damit bleiben ihm die bereits gewonnenen Delegiertenstimmen für den Nominierungsparteitag im Sommer, die er freigeben kann, wenn er dies möchte.

(APA/red)