Konkurrenz kann sich warm anziehen: Red Bull will heuer noch stärker sein als zuvor

Titelverteidigung und CL-Teilnahme als große Ziele Kreuzer: "Wollen von Anfang an vorne wegziehen"

Konkurrenz kann sich warm anziehen: Red Bull will heuer noch stärker sein als zuvor

Mit 19 Punkten Vorsprung hat sich Salzburg in der Vorsaison den ersten Meistertitel in der Red Bull-Ära geholt, auch in der Saison 2007/08 ist der Meister der ganz große Favorit. Sportdirektor Oliver Kreuzer ist davon überzeugt, dass die Mannschaft stärker als im Vorjahr ist. Voraussetzung, um die zwei großen Ziele zu erreichen: International die Champions League oder zumindest die UEFA-Cup-Gruppenphase, national der neuerliche Titel.

Bei der Zusammenstellung der Mannschaft haben Kreuzer und Trainer Giovanni Trapattoni Wert auf Qualität gelegt. Mit Jung-Teamspieler Christoph Leitgeb (Sturm), Spielmacher Sasa Ilic (Galatasaray Istanbul) und Ugandas Verteidiger Ibrahim Sekagya wurden nur drei Neue geholt, ein Stürmer wird voraussichtlich noch folgen. Dass auf dieser Position Handlungsbedarf besteht, bewies das Testspiel gegen Basel. Nach Marc Janko und Vrateslav Lokvenc verletzte sich mit Alexander Zickler ein dritter Stürmer.

Hoffnungsträger Leitgeb und Ilic
"Wir haben Spieler geholt, die in die Mannschaft drängen. Wir haben die Qualität der Mannschaft erhöht und sind schwerer auszurechnen. Leitgeb kann dem Spiel mit seiner individuellen Klasse den Stempel aufdrücken. Ilic hat noch nicht die volle Stärke, aber man hat gesehen, was er kann", so Kreuzer. Zudem erwartet der Sportdirektor, dass auch die Arbeit von Trapattoni Früchte trägt. Ein Jahr haben sich die Spieler nun auf den "Maestro" und dessen Vorstellungen einstellen können, "das 4-2-3-1-System, die Philosophie, die Trainingsabläufe verinnerlicht".

Harter Konkurrenzkampf
Auf der anderen Seite wurde mit Thomas Linke (Bayern Amateure) nur ein Stammspieler abgegeben, Peter Orosz (Wacker Innsbruck) und Christian Tiffert (MSV Duisburg) "waren nicht mehr groß gesetzt." Dadurch ist der Konkurrenzkampf angeheizt worden. Durchaus gewollt, rechnen doch die Salzburger auf Grund der internationalen Ziele mit vielen Spielen. "Da braucht es einen Kader, der von der Qualität und der Quantität sehr stark ist. Wenn alle fit sind, wird es Härtefälle geben, dann werden auch potenzielle Stammspieler auf der Bank sitzen. Aber wer bei Salzburg einen Vertrag unterschreibt, muss wissen, dass so etwas passieren kann", erklärte Kreuzer.

"Wollen von Anfang an vorne wegziehen"
Auf zwei Hochzeiten will RB Salzburg erfolgreich tanzen. "Wir legen nicht den ganzen Fokus auf die Champions League-Qualifikation", betonte der Sportdirektor. Denn "wenn wir auch nächstes Jahr die Chance auf die Champions League haben wollen, müssen wir Meister werden." In erster Linie Rapid, aber auch die Austria werden dabei als stärkste Konkurrenten eingeschätzt, "aber wir wollen von Anfang an vorne wegziehen."

Der internationalen Herausforderung stellen sich die Salzburger ab der zweiten Qualifikationsrunde der Champions League, in der es am 31. Juli/1. August bzw. 7./8. August gegen den Sieger aus The New Saints FC aus Wales - FK Ventspils aus Lettland geht. In der anvisierten dritten Qualifikationsrunde wartet dann voraussichtlich schon ein ganz großes Kaliber. Im Vorjahr war da gegen Valencia (1:0 und 0:3) Endstation.

Salzburg will Fixplatz in Konzert der Großen
Doch Kreuzer schöpft aus diesen Partien auch Hoffnung. "Wir haben gesehen, dass wir prinzipiell schon mithalten können. Realistisch gesehen sind wir aber nicht auf Augenhöhe mit Champions League-Mannschaften wie Manchester oder Juventus. Wir werden nie diese individuelle Klasse haben. Mit einer guten Organisation ist aber die eine oder andere Überraschung möglich", meinte Kreuzer.

Salzburg will aber nicht eine Eintagesfliege sein, sondern regelmäßig mit den Top-Klubs spielen. Vorbild sind Rosenborg Trondheim oder die Glasgower Klubs, die auch von einer kleinen, schwächeren Ligen kommen und international öfter für Furore gesorgt haben. "Das Problem ist nicht die Umstellung von Altach auf Glasgow, sondern umgekehrt, die Umstellung von Glasgow auf Altach. Da habe ich Verständnis für die Spieler, das ist nicht einfach", sagte Kreuzer.

(apa/red)