Konkurrenz für Ostgeschäft aus Westen: British Airways will AUA in Ungarn bedrängen

"Budapest exzellenter Platz als Airline-Drehscheibe" Beteiligung an AUA schließt BA-Chef Willie Walsh aus

Die British Airways (BA) will der Austrian Airlines (AUA) im Ostgeschäft künftig stärker Konkurrenz machen. Eine Beteiligung an der AUA schließt BA-Chef Willie Walsh aber aus. Auch die 9-prozentige Beteiligung an der spanischen Iberia soll nicht aufgestockt werden.

Durch den künftigen Beitritt der ungarischen Malev zu der um British Airways orientierten Allianz Oneworld sieht Walsh neue Möglichkeiten im Osten Europas. "Malev wird nicht nur eine exklusive Rolle für BA in Richtung Osten bedeuten, sondern für die gesamte Allianz. Budapest ist als Drehscheibe ein exzellenter Platz. Wir haben die Kooperation mit Malev bereits unterzeichnet", sagte der BA-Chef.

BA mit Sanierungsprogramm
Bei der BA laufe derzeit ein Sanierungsprogramm, bei dem heuer 225 Mio. Pfund (derzeit 327 Mio. Euro) Einsparungen umgesetzt werden müssen. 2007 werden es nochmals 225 Mio. Pfund sein. Die Einsparungen betreffen alle Bereiche des Unternehmens, Personal werde aber nicht abgebaut, so Walsh. Die Kosten für Treibstoff bezifferte der BA-Chef mit 2,2 Mrd. Pfund, die Personalkosten lagen im Vorjahr bei 2,3 Mrd. Pfund, das entspreche einer Steigerung um fünf Prozent.

Mit BA Connect, dem Low-Cost-Segment der Airline, will Walsh ab April 2007 profitabel sein. Mit dem Einstieg in das Billigsegment sei es der BA das erste Mal seit zehn Jahren gelungen, auf den europäischen Kurzstrecken kein Geld mehr zu verlieren. "Wir haben mit 20 Millionen Pfund Verlust im operativen Geschäft auf diesen Kurzstrecken nun eine Verbesserung um sieben Million Pfund erreicht", so Walsh.

Investitionen ins Service
Investieren will Walsh künftig in Serviceverbesserungen. Allein heuer sollen 100 Mio. Pfund investiert werden, u.a. in eine neue Business Class. Zusätzlich werden 40 Mio. Pfund in eine neue First-Class-Kabine fließen. Der neue Terminal 5 soll ab März 2008 in London Heathrow in Betrieb genommen werden.

Walsh ist seit Oktober 2005 CEO der British Airways. Der gebürtige Ire hat zuvor Aer Lingus aus Irland saniert.

Im Mai konnte BA bei anziehender Nachfrage die Auslastung leicht um 0,7 Prozentpunkte auf 68,4 Prozent steigern. Im Passagierbereich sei die Auslastung im Mai auf 74,5 (Vorjahr: 73,2) Prozent gestiegen. Die Zahl der geflogenen Passagierkilometer sei um 6,9 Prozent gestiegen, während die Passierzahl um 3,5 Prozent auf 3,13 Millionen anzog, hatte BA am Montag bekannt gegeben. Besonders stark zulegen konnte die britische Gesellschaft auf den Routen von und nach Amerika, in den asiatisch-pazifischen Raum sowie Afrika und den Mittleren Osten.
(apa)