Konjunkturpaket statt teurer Wahlzuckerl:
Bartenstein schlägt Entlastung im Herbst vor

In dreistelliger Millionen-Höhe von Minister angedacht Bartenstein warnt vor "Dominoeffekt" bei Finanzkrise

Konjunkturpaket statt teurer Wahlzuckerl:
Bartenstein schlägt Entlastung im Herbst vor © Bild: Reuters/Bader

Wirtschaftsminister Martin Bartenstein erwägt angesichts der aktuellen Entwicklungen in der US- und Weltwirtschaft ein Konjunkturpaket, um dadurch Österreichs Wachstum und Beschäftigung anzukurbeln. "Ich halte es für möglich, dass wir noch im Herbst ein Konjunkturpaket in dreistelliger Euro-Millionen-Höhe schnüren für die Wachstums- und Beschäftigungssicherung", sagte Bartenstein bei einer Pressekonferenz in Wien.

Sollte sich die Entwicklung an den Weltbörsen - Stichwort "Schwarzer Montag" nach der Insolvenz der US-Investmentbank Lehman Brothers - weiter fortsetzen, werde er für nächste Woche Experten und Sozialpartner zu einem Konjunkturgipfel einberufen, kündigte der Wirtschaftsminister an. Noch vor einigen Wochen hatten die Experten die Notwendigkeit eines Konjunkturpakets für Österreich verneint, "das kann sich sehr schnell ändern", so der Minister.

"Lassen wir uns Spielraum für ein Konjunkturpaket", appellierte der ÖVP-Minister an die wahlwerbenden Parteien, jetzt keine teuren Wahlzuckerln zu verteilen. Bartenstein ist insbesondere gegen eine Halbierung der Mehrwertsteuer auf Lebensmittel, denn diese Maßnahmen werde die Konsumenten nicht erreichen.

Bartenstein warnt vor Dominoeffekt
In der aktuellen US-Finanzkrise sieht Bartenstein einen "Wettersturz" nach einer totalen Überhitzung. "Wir müssen damit rechnen, dass sich das nachhaltig auf die österreichische Wirtschaft auswirkt", meinte der Minister.

Größtes Risiko sei aber nun ein "unkontrollierbarer Dominoeffekt". Nach dem jüngsten Schwenk in der US-Politik, ins Trudeln geratene Finanzinstitute (wie die Investmentbank Lehman Brothers, Anm.) nicht mehr aufzufangen, müsse man "Gewehr bei Fuß stehen", fordert Bartenstein Wachsamkeit ein. (apa/red)