Konjunkturmotor läuft auf vollen Touren:
Laut OeNB heuer Wachstum von 3,2 Prozent

Auch 2008 und 2009 soll Aufschwung weitergehen Verspricht spürbaren Rückgang der Arbeitslosenquote

Österreichs Wirtschaft wird heuer das zweite Jahr in Folge ungewöhnlich kräftig wachsen. Die Oesterreichische Nationalbank (OeNB) hat die Wachstumsraten für das Bruttoinlandsprodukt (BIP) erneut deutlich nach oben revidiert und sagt nun für 2007 ein Wirtschaftswachstum von 3,2 Prozent voraus, um 0,4 Prozentpunkte mehr als zuletzt im Dezember prognostiziert. Auch in den Folgejahren sollte das starke Wachstum noch anhalten: Für 2008 werden 2,7 Prozent und für 2009 erstmals 2,3 Prozent prognostiziert - und damit deutlich mehr als das Potenzialwachstum von rund 2 Prozent .

Die OeNB ist damit optimistischer als die österreichischen Wirtschaftsforschungsinstitute: Wifo und IHS sind zuletzt im März 2007 von einem realen BIP-Wachstum für 2007 von 3,0 bzw. 2,9 Prozent, und für 2008 von 2,4 bzw. 2,6 Prozent ausgegangen. Die OECD dagegen lag mit ihrer Prognose vom Mai schon mit 3,2 Prozent für 2007 und 2,6 Prozent für 2008 gleich auf mit bzw. nahe an den OeNB-Erwartungen.

"Das sehr kräftige Wirtschaftswachstum hat auch deutliche Auswirkungen auf den Arbeitsmarkt", sagte OeNB-Direktor Josef Christl bei der Präsentation der der Gesamtwirtschaftlichen Prognose für die Jahre 2007 bis 2009. Christl erwartet einen deutlichen Rückgang der Arbeitslosenquote von 4,8 Prozent im Jahr 2006 auf 4,3 Prozent im Jahr 2007 und jeweils 4,2 Prozent in den beiden Folgejahren. Mit rund 2 Prozent sei das Wachstum 2007 bei den unselbstständig Beschäftigten beträchtlich, die Beschäftigung wachse deutlich stärker als das Arbeitskräfteangebot.

OeNB-Abteilungsleiter Ernst Gnan erwartet, dass auf Grund des positiven Umfelds die Löhne und Gehälter je Arbeitnehmer heuer um 3,0 Prozent nach 2,5 Prozent im Vorjahr wachsen werden. 2008 und 2009 sollten die Entgelte weiter um 2,9 bzw. 2,6 Prozent zulegen können. Die real verfügbaren Haushaltseinkommen sollten in den kommenden Jahren im Schnitt um rund 2,0 Prozent steigen.

Die Entwicklung der Preise dürfte dagegen relativ stabil bleiben. Die Inflation wird 2007 mit 1,7 Prozent unverändert gegenüber dem Vorjahr prognostiziert und sollte in den kommenden beiden Jahren nur leicht auf 1,8 bzw. 1,9 Prozent steigen.

(apa/red)