Konjunkturaufschwung hält an: Wirtschaft
in Deutschland ist weiterhin in voller Fahrt

Heuer und 2008 je 2,4 % Wachstum prognostiziert Wachstumstempo drängt die Arbeitslosigkeit zurück

Deutschland steht nach Einschätzung der fünf führenden Forschungsinstitute vor einem länger anhaltenden Wirtschaftsaufschwung. Für dieses und nächstes Jahr sind die Ökonomen deutlich optimistischer als noch im vergangenen Herbst und sagen jetzt ein Konjunkturplus von jeweils 2,4 Prozent voraus. 2006 war das Bruttoinlandsprodukt (BIP) um 2,7 Prozent gestiegen.

Der deutsche Wirtschaftsminister Michael Glos teilte die optimistische Einschätzung der Experten: "Diese Prognosen sagen uns, dass alle Beteiligten ihre Hausaufgaben gemacht haben, die Unternehmer, aber natürlich auch die Tarifpartner durch maßvolle Lohnabschlüsse."

Die Gefahr eines abrupten Konjunktureinbruchs besteht den Instituten zufolge nicht: "Im Vergleich zum Jahr 2000 sind einige Schwächen abgebaut worden und wir können flexibler auf Schocks reagieren", sagte der Konjunkturchef des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung, Alfred Steinherr. Damals hatten das Platzen der Internet-Spekulationsblase an den Finanzmärkten und die Terroranschläge vom 11. September 2001 in den USA eine langjährige Abschwungphase eingeleitet.

Die Institute räumten ein, dass sie im Vorjahr die Auswirkungen der Mehrwertsteuererhöhung zu pessimistisch eingeschätzt hätten. Bemerkenswert sei, dass der Aufschwung inzwischen immer stärker vom privaten Konsum gestützt werde. Weil die Arbeitslosigkeit zurückgehe und die Realeinkommen stiegen, würden die Bürger wieder mehr Geld ausgeben.

Die Zahl der Arbeitslosen wird laut Gutachten weiter zurückgehen. Die Arbeitslosenquote werde von 10,3 Prozent (2006) zunächst auf 8,7 Prozent (2007) und 2008 auf 8,0 Prozent sinken.

(apa/red)