Konjunktur von

Wirtschaftsbericht 2012 präsentiert

Wirtschaftsbericht mit dezentem Optimismus und vielen Risiken für Österreich

Konjunktur - Wirtschaftsbericht 2012 präsentiert © Bild: Apa/Pfarrhofer

Der heute präsentierte Wirtschaftsbericht 2012 ist nur verhalten optimistisch. Österreichs Wirtschaft soll heuer nur um 0,6 Prozent wachsen und die Arbeitslosigkeit wieder steigen. Trösten kann man sich damit, dass es der österreichischen Wirtschaft im Vergleich zu den meisten anderen europäischen Ländern sehr gut geht.

Der heute, Montag, in der Wiener Hofburg präsentierte Wirtschaftsbericht 2012 stellt Österreich in Sachen Wachstum und Beschäftigung ein gutes Zeugnis aus. "Wir haben den höchsten Beschäftigungsstand seit es die Zweite Republik gibt. Ziel unserer Politik ist und bleibt, in die Menschen zu investieren anstatt zu alimentieren", sagte Sozialminister Rudolf Hundstorfer im Zuge der gemeinsamen Präsentation mit Infrastrukturministerin Doris Bures.

Griechen Austritt gefährlich
2011 hatte das reale Bruttoinlandsprodukt Österreichs noch um drei Prozent zugelegt, heuer werden gemäß den jüngsten Prognosen nur mehr zwischen 0,6 und 0,8 Prozent werden (1,3 bis 1,7 Prozent für 2013). Auf der Habenseite verweist die Regierung stolz auf den Umstand, dass Österreich heuer zum elften Mal in Folge stärker wachsen wird als der europäische Schnitt, auf die im Europavergleich niedrigste monatliche Arbeitslosenrate, die relativ geringe Jugendarbeitslosigkeit, die weiter steigende F&E-Quote sowie auf die heuer wieder deutlich sinkende Inflation.

Die Prognosen stehen - wie auch schon in den Vorjahren - freilich unter einem Vorbehalt: Nämlich dass auf den Finanzmärkten "nichts passiert". Von der europäischen Staatsschuldenkrise abgesehen ist dort nach dem Absturz im Jahr 2008 auch kein augenfälliges, akutes Problem aufgetaucht.

Das kann sich ändern, der regierungsunabhängige Ökonom Fritz Breuss setzt sich in seinem Beitrag mit einem möglichen griechischen Euro-Austritt auseinander Die Kosten werden vom Brüsseler Think Tank CEPS auf 10,9 Mrd. Euro geschätzt.

Wachstum in Übersee
Nachdem das Wachstum bei Investitionen und allgemeinen Ausfuhren heuer aber einknicken und auch der private Konsum stagnieren wird, setzt Wirtschaftsminister Mitterlehner auf bisher nur wenig erschlossene Abnahmeländer: "Wir müssen die Abhängigkeit von Europa schrittweise reduzieren und uns mehr auf die Wachstumsmärkte in Übersee konzentrieren." Zum Vergleich: Aktuell gehen rund 18 Prozent der österreichischen Ausfuhren nach Übersee.

"Wir müssen unseren Konsolidierungspfad konsequent weiter gehen. Unser Motto lautet daher: Strukturelle Konsolidierung und Reformen", so Finanzministerin Maria Fekter, den Wirtschaftsbericht kommentierend. Im Detail bedeute das die Korrektur des übermäßigen Defizits bis 2013, die Erreichung eines ausgeglichenen Budgetsaldos bis 2016 sowie die Senkung der Staatsschuldenquote auf unter 60 % des BIP bis 2020.