Konflikt in Syrien von

Tote trotz Waffenruhe

Sicherheitskräfte feuern weiter auf Demonstranten - Razzien gegen Regimegegner

Konflikt in Syrien - Tote trotz Waffenruhe © Bild: Reuters/Shaam News Network

Die Waffenruhe in Syrien ist laut dem UNO-Sondergesandten Kofi Annan auf gutem Wege. Die Lage sei "relativ ruhig", sagte Annan dem UNO-Sicherheitsrat am Donnerstag. "Die Einstellung der Feindseligkeiten scheint zu halten. Syrien erlebe "einen seltenen Moment der Ruhe", so der Ex-UNO-Generalsekretär nach Inkrafttreten der Waffenruhe. Allerdings gab es auch am Donnerstag wieder Berichte über zahlreiche Tote.

Sowohl Opposition wie Regierung hätten nun laut Annan die Pflicht, den Sechs-Punkte-Plan vollständig umzusetzen. Dieser sieht unter anderem die Aufnahme eines politischen Dialogs vor. Ein gutes Jahr nach Beginn des Volksaufstands gegen Präsident Bashar al-Assad lagen am Donnerstag keine Berichte über den Einsatz schwerer Waffen vor.

Mindestens 20 Tote
Trotz der seit dem frühen Morgen geltenden Kampfpause wurden im Laufe des Tages mindestens 20 Menschen getötet. Die Oppositionellen erklärten, es seien 19 Zivilisten und ein Deserteur durch Gewalt von Regierungstruppen ums Leben gekommen. Nach Angaben der Gegner von Präsident Bashar al-Assad starben zehn der Opfer in der Provinz Homs. Weitere Tote habe es in Idlib, im Großraum Damaskus sowie in den Provinzen Aleppo und Hama gegeben.

Die staatlichen syrischen Medien berichteten zudem von einem Offizier, der am Donnerstag bei einem Anschlag von Extremisten ums Leben gekommen sei. In der Früh um 05.00 Uhr MESZ war die Frist zur Einhaltung der Waffenruhe abgelaufen, die der Sondergesandte der Vereinten Nationen und der Arabischen Liga, Kofi Annan, ausgehandelt hatte.

Auch UNO sieht Entspannung
Auch nach Einschätzung von UNO-Generalsekretär Ban Ki-moon hat sich die Lage in Syrien etwas entspannt. Im Ringen um die Einhaltung der zugesagten Waffenruhe sieht Ban die Regierung in Damaskus in der Pflicht. Sie müsse ihren Worten Taten folgen lassen, erklärte er. Er werde so bald wie möglich ein Team internationaler Beobachter in das Land schicken und stehe dazu in engem Kontakt mit dem UNO-Sicherheitsrat.

Fischer: Militärschlag nur mit UNO-Resolution
Unterdessen hat sich Österreichs Bundespräsident Heinz Fischer gegen einen Militärschlag gegen Syrien ohne UNO-Resolution ausgesprochen. Bei einem Gespräch mit dem portugiesischen Außenminister Paulo Portas habe Einigkeit darüber geherrscht, dass "ein militärisches Eingreifen ohne Sicherheitsresolution nicht auf der Tagesordnung steht", sagte Fischer in Lissabon. Gleichzeitig müsse der Druck auf Syrien "auf einer möglichst breiten Basis" vergrößert werden, "damit das Blutvergießen zu einem Ende kommt."