Konflikt um Ötzi-Finderlohn geht weiter:
"Die denken wohl, die Piefke seien doof"

150.000 Euro nun doch nicht genug für Familie Eismann schon vor 18 Jahren in den Bergen gefunden

Konflikt um Ötzi-Finderlohn geht weiter:
"Die denken wohl, die Piefke seien doof" © Bild: APA/EPA/Südtiroler Archäologiemuseum

Nachdem es Anfang dieser Woche noch den Anschein gemacht hatte, dass der Rechtsstreit um die Entdeckung der Gletschermumie "Ötzi" nun definitiv beendet sei, hat der Anwalt der Familie des Entdeckers angekündigt, dass es vorerst doch keine Einigung geben werde.

"Wir parafieren den Vertrag nicht, sondern gehen in Nachverhandlungen, weil die Summe (150.000 Euro, Anm.) nicht angemessen ist", zitierte die Südtiroler Tageszeitung "Dolomiten" Anwalt Georg J. Rudolph.

Grund seien die Aussagen von Landeshauptmann Luis Durnwalder, wonach die Familie des Entdeckers Helmut Simon die 150.000 Euro bereits vor drei Jahren erhalten hätte können. Dies sei "unwahr" und entspreche nicht den Fakten. "Niemals wurde dieser Betrag ins Spiel gebracht, geschweige denn angeboten", betonte Rudolph.

"Die denken wohl, die 'Piefke' und deren Anwälte seien doof."
Vielmehr habe der Anwalt im September des vergangenen Jahres ein Gespräch mit Durnwalder geführt, "um endlich einen Schlussstrich unter dieses Trauerspiel zu ziehen". Damals habe Rudolph eine Finderlohn-Summe in der Höhe von 250.000 Euro geltend gemacht. Diese sei aber "kategorisch" abgelehnt worden. Schließlich habe man sich "mehr oder weniger freiwillig" auf den Betrag von 150.000 Euro geeinigt. "Die denken wohl, die 'Piefke' und deren Anwälte seien doof. Ich lasse mich nicht mehr demütigen", sagte Rudolph. Zudem habe der Anwalt Durnwalder angekreidet, dass er bei 150.000 Euro von einer "vernünftigen Summe" gesprochen habe.

Am vergangenen Dienstag hatte Rudolph noch verlautbart, dass der Rechtsstreit nun "definitiv" beendet sei. Nach dem Motto "Ein Ende mit Schrecken ist besser als ein Schrecken ohne Ende" habe man den Kompromiss akzeptiert, erklärte Rudolph damals. Die Zahlung werde spätestens in vier Wochen in Bozen vorgenommen werden. Rudolph wollte dazu nach Südtirol reisen und die Überweisung oder den Scheck persönlich in Empfang nehmen, hieß es.

(apa/red)

Kommentare

Guck ma Erika! Da liecht wat! Typisch deutsch - für was in aller Welt bekommen 2 deutsche Bergsteiger einen Finderlohn für etwas, das noch nicht mal jemand verloren hat. Und dann noch eine derart exorbitante Summe. Im besten Fall bekommen die 2 (mittlerweile eh nur mehr eine) je eine Zehe vom "Fundstück". Mal schauen, ob die dann immer noch Finderlohn wollen ;-)

Seite 1 von 1