Konflikt bei Austrian Airlines: AUA-
Betriebsrat ruft Sozialpartner um Hilfe

Streit mit Führung um geplante Sparmaßnahme WKÖ will nicht in Konflikt mit Bordpersonal vermitteln

Die Belegschaft der Austrian Airlines hat im Streit mit der AUA-Führung um geplante Sparmaßnahmen nun die Sozialpartner um Hilfe gebeten. Der Betriebsrat für Bordpersonal bestätigte einen Bericht der "Presse", wonach er die paritätisch besetzte Schlichtungskommission gemäß Paragraf 111 des Arbeitsverfassungsgesetzes angerufen habe.

AUA-Chef Ötsch hatte zwar zuletzt versucht, im Konflikt zu beruhigen und Sicht des Betriebsrat den zu Monatsbeginn angekündigten Abbau von 350 Mitarbeitern wieder zurückgezogen. Leitende Angestellte hätten in einem Gespräch mit dem Betriebsrat Bord zuletzt für weitere Verunsicherung gesorgt, teilte der Betriebrat, der 710 Piloten und 1.900 Flugbegleiter von Austrian und Lauda Air vertritt, in einem "Offenen Brief" an Ötsch mit.

"Die Belegschaft hat große Sorge, dass unserem Unternehmen und allen Mitarbeitern durch unklare und nicht nachvollziehbare Entscheidungen nachhaltiger Schaden zugefügt wird", heißt es darin. Der Betriebsrat will deshalb nun von der im Arbeitsverfassungsgsetz vorgesehenen Möglichkeit des "Einspruchs gegen die Wirtschaftsführung" Gebrauch machen. Um dafür alle Fristen einzuhalten, sei jetzt die Einschaltung der Schlichtungskommission erfolgt.

Erfreuliches hat die AUA für ihre Kunden zu berichten. Die Airline steht offenbahr unmittelbar vor einer Senkung ihres Treibstoffzuschlags. Unternehmenssprecherin Dandrea erklärte, es sei noch keine Entscheidung gefallen. Die AUA beobachte aber den Markt und es sei "nicht ausgeschlossen, dass die Zuschläge nach unten abgesenkt werden".

WKÖ will nicht im Konflikt vermitteln
Die Wirtschaftskammer, die in den vergangenen Jahren - zusammen mit der Gewerkschaft - bereits mehrfach zwischen Management und Bordpersonal der AUA vermittelt hat, zeigt wenig Ambition, sich erneut in den Konflikt einzuschalten.

"Wir haben zwei Mal die Basis für einen vernünftigen Umgang geschaffen. Ich habe wenig Lust, das ein drittes Mal zu tun", zitiert die Tageszeitung "Österreich" in ihrer Mittwochausgabe Wirtschaftskammer-Präsident Christoph Leitl. "Wenn dem Betriebsrat das Verständnis für die Lage des Unternehmens fehlt und der anderen Seite offenbar die Bereitschaft zur Kommunikation, hilft alles Vermitteln nichts."

(apa/red)