Kompromiss mit Regierung: Weltverband FIFA sieht von einer Sperre Polens ab

Joseph Blatter: "Wenn Einigung umgesetzt wird" Verbands-Verwalter Zawlocki wird abberufen

Kompromiss mit Regierung: Weltverband FIFA sieht von einer Sperre Polens ab © Bild: Reuters

In letzter Minute haben Polens Regierung und der nationale Fußballverband PZPN nach ihrem heftigen Streit eine Einigung erzielt und damit drohende Sanktionen des Weltverbandes FIFA abgewendet. Durch die Kompromisslösung hat Polen eine Suspendierung vermieden, sagte FIFA-Präsident Joseph Blatter. Wie die FIFA mitteilte, soll der umstrittene PZPN-Verwalter Robert Zawlocki schnellstmöglich wieder abberufen werden.

FIFA-Präsident Blatter teilte mit, dass mit Polen eine Einigung im Streit erzielt worden sei. Weiters betonte der Schweizer, Polen habe keine Sperre zu befürchten, wenn der übermittelte Kompromissvorschlag ab Dienstag in Kraft tritt. "Wenn diese Einigung morgen umgesetzt wird, dann werden wir keine Sanktionen verhängen", betonte Blatter.

Vor dem Ablauf des Ultimatums am Montag um 12.00 Uhr habe die FIFA Schreiben der polnischen Regierung und des PZPN erhalten, die eine "positive Entwicklung" andeuten. Damit steht auch der Austragung der WM-Qualifikationsspiele Polen gegen Tschechien am Samstag und die Slowakei am 15. Oktober nichts mehr im Wege. Die FIFA hatte wegen der Einmischung der Regierung mit einer Suspendierung des Verbandes gedroht.

Zawlocki muss gehen
Gemäß der FIFA-Aussendung habe die polnische Regierung zugestimmt, Verwalter Zawlocki von seiner Aufgabe zu entbinden. Ein unabhängiger Wahlausschuss bestehend aus Vertretern der Regierung, der FIFA sowie der UEFA soll die künftige Wahl der Verbandsspitze überwachen. "Die FIFA wird weiter die Situation im polnischen Verband und die Umsetzung der Maßnahmen der Roadmap überwachen", hieß es.

Zawlocki war eingesetzt worden, gleichzeitig wurde die alte PZPN-Führung mit Präsident Michal Listkiewicz an der Spitze suspendiert. Sportminister Miroslaw Drzewiecki hatte das radikale Vorgehen mit rechtswidriger Tätigkeit und fehlender Bereitschaft des Verbandes zur Bekämpfung der Korruption begründet. FIFA und UEFA lehnten diese Maßnahmen jedoch als einen Eingriff der Regierung in die Autonomie des nationalen Verbandes ab. Die UEFA drohte zugleich mit dem Entzug der EURO 2012, die Polen mit der Ukraine ausrichten soll.

(apa/red)