Kommunalwahlen in Italien von

Schlappe für Berlusconi

Seine Partei erleidet dramatische Stimmenverluste. Starkomiker sorgt für Überraschung

Kommunalwahlen in Italien - Schlappe für Berlusconi © Bild: ANDREAS SOLARO/AFP/Getty Images

Bei den Kommunalwahlen in Italien zeichnen sich dramatische Stimmenverluste für die Mitte-rechts-Partei "Volk der Freiheit" (PdL - Popolo della libertá) um Ex-Premier Silvio Berlusconi ab. In Palermo, seit Jahren eine Hochburg des Medienzaren, schaffte es PdL-Kandidat Vincenzo Costa laut Hochrechnungen auf lediglich 13 Prozent der Stimmen.

Deutlich ist dagegen der Erfolg des Bürgermeisterkandidaten und Anti-Mafia-Politikers Leoluca Orlando, der an der Spitze einer Koalition aus seiner Partei "Italien der Werte", der Grünen und der altkommunistischen Rifondazione Comunista laut Hochrechnungen auf 46,8 Prozent der Stimmen kam. In Parma behauptete sich der Mitte-links-Kandidat Vincenzo Bernazzoli mit 34 Prozent der Stimmen. Auch hier schaffte der Mitte-rechts-Kandidat den Zugang zu den Stichwahlen nicht. Berlusconis Kandidat Paolo Buzzi scheidet aus dem Rennen aus.

Eine schwere Enttäuschung für Berlusconi sind auch die Hochrechnungen in Genua. Mitte-links-Kandidat Marco Costa kam laut vorläufigen Resultaten auf 46 Prozent der Stimmen. Berlusconis Kandidat Pierluigi Vinai schaffte es mit lediglich 10 Prozent der Stimmen jedoch nicht in den zweiten Durchgang. PdL-Koordinator Ignazio La Russa gab die Niederlage zu. "Wir haben große Fehler bei den Kandidaturen gemacht", sagte er.

Starkomiker Grillo zieht
Beeindruckend ist der Erfolg der "Fünf-Sterne-Bewegung" um den Starkomiker Beppe Grillo, der die Massen mit seiner Kampagne gegen die "Kaste" der italienischen Parlamentarier, die Verschwendungen im politischen System und die Richtlinien der Europäischen Zentralbank mobilisierte.

Es handelt sich um die ersten Wahlen seit dem Ende der Regierung Berlusconis im vergangenen November. Gewählt wurde in 1.015 Kommunen. Der Urnengang gilt als Test für die Sparpolitik der Regierung von Ministerpräsidenten Mario Monti