Kommt das verpflichtende Vorschuljahr? Pühringer unterstützt Vorschlag der SPÖ

OÖ-LH: Bei Kindergarten Eintritt nach vorne ziehen UMFRAGE: Sind Sie für Pflicht-Vorschule für Kinder?

Oberösterreichs LH Pühringer ist für ein verpflichtendes Vorschuljahr. ÖVP-Bildungssprecher Neugebauer hatte diese SPÖ-Forderung zuletzt abgelehnt. "Ein verpflichtendes Vorschuljahr ist durchaus diskussionswürdig", sagt dagegen Pühringer zur APA. Allerdings glaubt er, dass der Bund die Senkung der Klassenschülerhöchstzahl und das Pflicht-Vorschuljahr kaum gleichzeitig finanzieren kann.

Dass er sich mit seinem Eintreten für das Vorschuljahr im Widerspruch zu seiner eigenen Partei befindet, weist Pühringer zurück: "Die ÖVP ist für eine Diskussion offen. Was wir ablehnen ist der klassische Schulbeginn mit fünf Jahren." Das Vorschuljahr müsse daher pädagogisch richtig gemacht werden. Außerdem müsse die Finanzierung gesichert sein - nicht nur bei den vom Bund zu bezahlenden Personalkosten, sondern auch bei der nötigen Infrastruktur: "Länder und Gemeinden können das sicher nicht zahlen."

Vermieden werden müsste laut Pühringer jedenfalls, dass die Einführung eines verpflichtenden Vorschuljahres dazu führt, Kindergärtnerinnen in die Arbeitslosigkeit zu drängen. Er plädiert daher dafür, nach Einführung einer obligatorischen Vorschule das Eintrittsalter in die Kindergärten vorzuverlegen und verweist darauf, dass derzeit deutlich weniger dreijährige als fünfjährige Kinder einen Kindergarten besuchen. Pühringer: "Die Kindergärten würden nicht leer stehen. Man würde beim Kindergarten den Eintritt nach vorne ziehen."

Die SPÖ hatte die Einführung eines verpflichtendes Vorschuljahres gefordert. ÖVP-Bildungssprecher Neugebauer lehnte dies ab und meinte, die ÖVP sei grundsätzlich gegen eine Verpflichtung. Für die FPÖ ist eine obligatorische Vorschule denkbar - allerdings nur für Zuwandererkinder.

Salzburgs Landeshauptfrau Gabi Burgstaller hat sich über die Aussage Pühringers zum verpflichtenden Vorschuljahr erfreut gezeigt. Dessen Ansicht, ein solches Modell sei "durchaus diskussionswürdig", zeige, dass "Bewegung in diese Debatte kommt", sagte Burgstaller gegenüber der APA.

(apa/red)