Kommt israelischer Soldat doch bald frei? Bedingungen für Freilassung wurden gestellt

Zeitplan für Freilassung palästinensischer Häftlinge Israel: Ashkelon wurde erneut von Rakete getroffen

Die radikalen palästinensischen Entführer eines israelischen Soldaten wollen den 19-Jährigen unter bestimmten Bedingungen frei lassen. Voraussetzung sei, dass sich Israel auf einen Zeitplan für die Freilassung einiger palästinensischer Häftlinge festlege, sagte am Mittwoch ein Palästinenser, der den Vermittlungsbemühungen unter Beteiligung Ägyptens nahe steht.

Allerdings habe Israel klar gemacht, dass es eine solche Forderung ablehne. Israel soll demnach aber Bereitschaft signalisiert haben, bis Jahresende unter Umständen einige Gefangene frei zu lassen, will dafür aber keine konkreten Versprechungen machen. Weder von der palästinensischen Seite noch von Israel lag zunächst eine Stellungnahme dazu vor.

Den Kreisen zufolge sollen die radikalen Palästinenser verlangt haben, dass Israel Ägyptens Präsident Hosni Mubarak die Freilassung ganz konkreter Gefangener zu einem festgelegten Datum zusichert. Israel stimmte dem zwar nicht zu, habe aber erklärt, bis Jahresende einige Gefangene frei zu lassen, sollte der Soldat Gilad Shalit frei kommen. Bisher hat Israel Forderungen nach der Freilassung gefangener Palästinenser strikt abgelehnt.

Shalit war am 25. Juni bei einem palästinensischen Überfall entführt worden. Seither gab es kaum Informationen über sein Schicksal. Dem israelischen Justizminister Haim Ramon zufolge, soll er aber am Leben sein. Nach der Verschleppung des Soldaten hatte die israelische Armee eine Offensive im Gazastreifen gestartet, aus dem sie sich vor acht Monaten zurückgezogen hatte.

Ashkelon erneut von Rakete getroffen
Die israelische Großstadt Ashkelon ist am Mittwoch erneut von einer Rakete aus dem Gazastreifen getroffen worden. Vier Menschen mussten danach wegen eines Schocks behandelt werden, wie Ärzte mitteilten. Durch den Einschlag des Geschosses sei jedoch niemand verletzt worden. Zunächst hatten Rettungshelfer von einem Verletzten gesprochen.

Zu dem Angriff bekannte sich der bewaffnete Arm der radikal-islamischen Hamas. Ein israelischer Militärsprecher sagte, die Rakete sei in einer Obstplantage eingeschlagen. Eine weitere traf demnach einen Kibbuz in der Nähe der Grenze zum Gazastreifen. Dabei wurde aber niemand verletzt, hieß es.

Wie Augenzeugen berichteten, bezogen mehrere Panzer Stellung in den ehemaligen israelischen Siedlungen Elei Sinai und Nissanit. Die Siedlungen waren im vergangenen Jahr von Israel im Rahmen des Abzugs aus dem Gazastreifen geräumt worden. Palästinensische Extremisten hatten die Rakete auf Ashkelon Augenzeugenberichten zufolge am Dienstag von Elei Sinai aus abgeschossen. (apa/red)