Kommt PISA-Test für Lehrer? Gewerkschaft kann in OECD-Plänen "wenig Sinn" erkennen

Riegler: "Verschiedene Systeme nicht vergleichbar" PLUS <b>UMFRAGE:</b> Sind Sie für PISA-Test für Lehrer?

Die OECD plant eine internationale Studie über Lehrer und das Lernen an den Schulen. Der PISA-Test für Lehrer soll Ende 2007 über die Bühne gehen und 2008 fertig sein. Noch ist zwar offen, ob sich Österreich daran beteiligen wird, die Plichtschullehrer-Gewerkschaft äußert sich jedoch jetzt schon skeptisch.

Der Vorsitzenden der Pflichtschullehrer-Gewerkschaft, Walter Riegler, meint, ein Länder übergreifender Lehrervergleich mache wenig Sinn. In jedem Land gebe es unterschiedliche Arbeitsbedingungen. Man könne nicht verschiedene Schulsysteme in einem Topf werfen und vergleichen.

"Kann man schon", meint dazu Andreas Schleicher vom OECD-Zentrum in Paris. Ziel des Tests sei, sich anzusehen wie unterschiedlich Lehrer von Land zu Land arbeiten bzw. arbeiten müssen. Nur so könne man Schwächen feststellen und verbessern.

Derzeit wird definiert, welche Kriterien einen guten Unterricht ausmachen und wie diese überprüft werden können, so der PISA-"Erfinder" in der "Presse". Mögliche Themen wären die Unterstützung der Lehrer durch Eltern, Direktoren und Schüler, die den Pädagogen zur Verfügung stehende Zeit bzw. das Unterrichtsmaterial, die Führungskompetenz an Schulen oder die Fähigkeit zur individuellen Förderung bzw. zur verständlichen Wissensvermittlung.

Fix teilnehmen werden Australien, die niederländische Region Belgiens, Dänemark, Estland, Frankreich, Irland, Island, die Niederlande, Norwegen, Polen, Slowenien, Spanien, Südkorea und Ungarn. Noch nicht entschieden haben sich Österreich, der französische Teil Belgiens, Tschechien, Japan, Portugal, die Slowakei und die Türkei. Eine Teilnahme Österreichs hängt nicht zuletzt davon ab, ob sich auch andere Länder mit einem international unüblichen differenzierten Schulsystem beteiligen. Außerdem müssten mehr als die Hälfte der 30 OECD-Länder mit dabei sein.

Gegen eine Teilnahme Österreichs spricht sich die Wiener ÖVP aus. "Schon jetzt ist es schwierig, unterschiedlichste Schulsysteme in der OECD halbwegs gerecht zu vergleichen", so der Vizepräsident des Wiener Stadtschulrates, Strobl.

SPÖ-Bildungssprecher Erwin Niederwieser zeigt sich wegen der unsicheren Teilnahme Österreichs in einer Aussendung "erstaunt bis fassungslos". Niederwieser fordert Bildungsministerin Elisabeth Gehrer (ÖVP) dazu auf, "ihre Politik des Abschottens endlich zu beenden und sich der Studie und der Realität zu stellen".

(apa/red)