Kommt der neue Mensch? Evolution könnte vor dem nächsten Quantensprung stehen!

NEWS: Neueste Forschungserkenntnisse faszinieren Umweltfaktoren haben mehr Einfluss als gedacht

Kommt der neue Mensch? Evolution könnte vor dem nächsten Quantensprung stehen!

Laut Darwins 1871 postulierter Evolutionstheorie stammt der Mensch vom Affen ab. Stehen wir heute vor dem nächsten Evolutionssprung zum Homo futurensis? Wissenschafter behaupten: ja.

Amel ist ein Kind des neuen Jahrtausends: Bei seiner Geburt am 22. März 2007 im Wiener AKH maß er stolze 57 Zentimeter und wog beachtliche 4,75 Kilogramm. Damit passt er perfekt ins humane Genprogramm. Denn seit Darwin steht fest: Unsere Gene optimieren den Körper laufend. Größer, schneller, stärker, fruchtbarer - das sind die Erfolgsfaktoren des Überlebens.

Bald zu groß für natürliche Geburt?
Und bislang scheint sich die Menschheit auch daran zu halten. Das zeigen auch Langzeitstudien, die Johannes Huber, Gynäkologe und Hormonforscher, mit Kollegen seit 30 Jahren am Wiener AKH durchführt: "Im Erhebungszeitraum sind Neugeborene im Durchschnitt um zwei Zentimeter größer und um rund 300 Gramm schwerer geworden." Mit 51 Zentimeter Größe und vor allem mit einer um über einen Zentimeter gestiegenen durchschnittlichen Schulterbreite von heute 37,7 Zentimetern haben österreichische Babys inzwischen eine Maximalgröße erreicht, die eine natürliche Geburt gerade noch möglich macht. Huber: "Die Becken der Mütter haben sich nicht signifikant weiterentwickelt." Daher steigt auch aus diesen natürlichen Gründen die Zahl der Kaiserschnitt-Geburten stark an.

Die Geschwindigkeit des Körperwachstums hat sich in den letzten zehn Jahren deutlich erhöht. Die Folge: Heute sind die Österreicher im Schnitt um 15 Zentimeter größer als die Generation der Ururgroßeltern. Und in vielen Familien sind die Unterschiede zwischen noch lebenden Großeltern und Enkelkindern eklatant. So wie bei Familie Kratochvil. Enkelin Sabine ist gleich um beachtliche 15 Zentimeter größer als Großmutter Maria - dabei sind ihre Eltern beide unterdurchschnittlich groß. Kein Einzelfall, meint die Wissenschaft. Huber: "Vergleicht man diese Entwicklung mit klassischen Evolutionsschritten, die meist über mehrere Zehntausend Jahre laufen, dann kann man durchaus von einer Explosion der menschlichen Evolution in den letzten Jahrzehnten sprechen."

Der Mensch 2.0
Steht der Menschheit vielleicht noch in diesem Jahrhundert der Sprung vom Homo sapiens zum Homo futurensis bevor? Glaubt man namhaften Wissenschaftlern, dann sind wir bereits mitten in einem gewaltigen Wandlungsprozess. Huber: "Die Reise hat längst begonnen, die Wissenschaft ist aber noch nicht in der Lage zu entschlüsseln, wohin sie uns führen wird."

Die Entschlüsselung des menschlichen Genoms ist nämlich nur ein erster Schritt beim Lesen der menschlichen Landkarte, doch die Gene sind im Mikrokosmos des Lebens bei weitem nicht die einzigen, alles dominierenden Herrscher. Thomas Jenuwein, Mikrobiologe am Wiener Institut für Molekulare Pathologie: "Es wird uns immer mehr bewusst, dass genzentrierte Evolutionstheorien ihre Grenzen haben. Der genetische Bauplan bleibt - genau wie eine komplexe Musikpartitur - ohne Leben, wenn sich nicht ein Orchester, also Zellen, und Instrumente, also Epigenotypen, finden, um ihm Ausdruck zu verleihen."

Umweltfaktoren entscheiden mit
Denn wie ein Mensch wird, entscheidet nicht nur die genetische Grundausstattung seiner Eltern, sondern auch, was die Natur während der Schwangerschaft daraus macht. Markus Hengstschläger, Humangenetiker in Wien: "Die Umwelt und die Genetik befinden sich in einem ständigen Wechselspiel. Wenn sich die Umwelt ändert, ändert sich die Genetik, und zwar rascher, als man denkt."

Epigenetik nennt die moderne Wissenschaft den Einfluss der Umwelt auf das menschliche Genom. Denn das reine Erbgut alleine macht noch keinen fertigen Menschen. Erst die zeitgerechte Aktivierung und Deaktivierung von Wachstumsprozessen, etwa während der Schwangerschaft, sorgt dafür, dass der Körper mit den Instrumenten der Gene auch spielen kann. Die Wissenschaft ist gerade dabei zu enthüllen, wie unsere genetische Partitur gespielt wird.

Das beste Beispiel ist Aids. Die seit 30 Jahren weltweit grassierende Immunseuche hat in industrialisierten Ländern bereits zu einer epigenetischen Reaktion im Erbgut geführt. Der Rezeptor CCR5, der dafür verantwortlich ist, dass HI-Viren an Körperzellen andocken können, ist so mutiert, dass diese Reaktion nicht mehr möglich ist. Aids kann also erst gar nicht entstehen. Diese Erbinformation wird auch bereits an die Kindergeneration weitergegeben. Erstaunt waren die Forscher allerdings, dass diese Mutation im von Aids besonders betroffenen Afrika bislang noch nicht nachgewiesen werden konnte.

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