Kommt Gehaltsobergrenze? Auch Formel-1-
Fahrern könnte es künftig ans Geld gehen

Teambesitzer Frank Williams spricht sich dafür aus PLUS: Toyota bekräftigt Engagement in Königsklasse

Kommt Gehaltsobergrenze? Auch Formel-1-
Fahrern könnte es künftig ans Geld gehen © Bild: Reuters

Sorgen beim Weihnachts-Einkauf müssen sich die Fahrer nicht machen, doch auch den hoch bezahlten Hauptdarstellern der Formel 1 könnte es künftig ans Geld gehen. Rennstall-Boss und Mitbesitzer Sir Frank Williams sprach sich angesichts des Formel-1-Sparkurses durch die weltweite Absatzkrise der Autoindustrie bereits für eine Gehaltsobergrenze aus.

Er sei überzeugt, dass die Gehälter der Fahrer sicher nicht mehr so hoch angesetzt werden, prophezeite der deutsche Red-Bull-Neuzugang Sebastian Vettel jüngst in der Zeitung "Blick". Und Ferrari-Teamchef Stefano Domenicali macht sich Gedanken, ob selbst die Branchenführer weiterhin horrende Summen für ihre Piloten ausgeben können.

Der Sparkurs, der die Formel 1 wieder auf einen wirtschaftlich gesunden Weg führen soll, könnte also auch die Piloten treffen. Offiziell gibt es weder Angaben zu den Gehältern noch zu möglichen Einschränkungen. "Wir setzen unser Kosteneffizienz-Programm auch in der Formel 1 mit großem Nachdruck um", sagte Mercedes-Motorsportchef Norbert Haug. "Wo wir dabei jeweils finanzielle Abstriche machen, ist allerdings ein internes Thema."

"Mit Augenmaß"
Von BMW hieß es, dass man auch in puncto Fahrergehältern "mit Augenmaß" unterwegs sei. Schätzungen zufolge sollen bei manchen Teams bis zu 15 Prozent des bisherigen Gesamtbudgets auf die Fahrer-Konten fließen.

Auch die großen Rennställe werden nicht mehr in der Lage sein, über Angebote von Gehältern nachzudenken, wie sie manche Fahrer bekämen, meinte Domenicali vom Traditionsrennstall Ferrari. "Ich bin überzeugt, dass diese Angelegenheit unter dem Teams und mit jedem Fahrer bald diskutiert wird", sagte er dem Magazin "Autosprint". Das liege am gegenwärtigen Gesamtklima, das die "Königsklasse" bereits zum Handeln zwang, nachdem Honda als erster Hersteller seinen Rückzug erklärt hatte.

Dessen japanischer Rivale Toyota bekräftigte erneut seinen Verbleib in der Königsklasse, obwohl der weltgrößte Autohersteller erstmals in der Unternehmensgeschichte einen operativen Verlust erwartet. "Wir stehen vor einer beispiellosen Notsituation", hatte Konzern-Chef Katsuaki Watanabe am Montag eingeräumt. Es wird mit einem operativen Fehlbetrag von 150 Milliarden Yen (1,194 Mio. Euro) für das bis Ende März laufende Geschäftsjahr gerechnet. Daher müsse auch in der Formel 1 gespart werden.

(apa/red)