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Die neue Welt der Steuerschonung

Markus R. Leeb über den kurzen Weg zur Imagekatastrophe

Wirtschaft - Die neue Welt der Steuerschonung © Bild: NEWS/Stögmüller Katharina

Das „steuerschonende“ Modell zählt zu jenen Begriffen, die den Sinn des damit Gesagten nicht korrekt wiedergeben. Bei derartigen Konstrukten geht es nicht darum, die Steuer zu schonen, sondern den eigenen Profit.

Noch vor zehn Jahren galt es als äußerst clever, steuerschonend unterwegs zu sein. Man konnte locker unter seinesgleichen über die Vorteile einer Holding auf Zypern oder einer Treuhandfirma in Luxemburg philosophieren. Wer tatsächlich die volle Steuer entrichtete, musste sich geniert abwenden. Diese „goldenen Zeiten“ sind nun passé. Ein Unternehmer, der heute über seine „Steuerschonung“ schwadroniert, gilt nicht mehr als toller Hecht, sondern als Betrüger. Jüngste Enthüllungen stellen Konzerne wie Amazon, Ikea, Pepsi und René Benkos Signa an den Pranger, weil diese durch Gesellschaften in Luxemburg Steuern gespart haben. Es war nicht illegal. Trotzdem gilt es als moralisch verwerflich.

Unternehmen werden bald per Gesetz ihre Steuern dort zahlen müssen, wo sie ihre Umsätze machen. Sonst schädigen sie die jeweilige Gesellschaft, also uns alle. Von der EU bis zu den USA können es sich Staaten längst nicht mehr leisten, auf diese Einnahmen zu verzichten. Deshalb bin ich sicher, dass Schlupflöcher geschlossen werden. Dies, obwohl man einen Luxemburger Bock zum Gärtner in der EU gemacht hat.

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