Kultur von

Wer belangt die Ehrabschneider?

Heinz Sichrovsky über das Verfahren gegen Gerald Matt

NEWS Kulturchef Heinz Sichrovsky © Bild: News Herrgott Ricardo

So einfach ist das: Die Korruptionsstaatsanwaltschaft hat das Verfahren gegen den ehemaligen Direktor der Wiener Kunsthalle, Gerald Matt, in allen Punkten eingestellt. Weder wollte Matt mit illegalen Mitteln die Einbürgerung eines Sponsors erreichen, noch hat er Ressourcen seines Museums für private Zwecke missbraucht. Nichts Greifbares wäre zu verfolgen und das nicht Greifbare verjährt.

Matt wurde im vergangenen März nach monatelanger Kampagne zum Rücktritt genötigt. Als Nötiger sind die an der Wiener Stadtregierung beteiligten Grünen namhaft zu machen. Sie drohten, die Subvention für die Kunsthalle zu blockieren, sollte Matt im Amt bleiben. Die Kampagne führte der bundesgrüne Kultursprecher. Er brachte die Vorwürfe auf und repetierte sie in zahlreichen Medien.

Und jetzt? Wer haftet für den existenziellen Schaden, der dem mit ehrabschneiderischen Instrumentarien Kriminalisierten entstanden ist? Wer bezahlt die Prüfberichte, die schon vor längerem seine Schuldlosigkeit belegten? Und: Wie steht es um die Strafanzeige gegen den Kultursprecher? Der soll sich illegal an Matts Computer bedient haben, um Belastungsmaterial zu lukrieren. Der Staatsanwalt ermittelt. Vielleicht finden sich ja ein paar Privatbeteiligte, die sich hier schadlos halten wollen

Kommentare