Kommentar von

Das Team Stronach ist
politisch endgültig tot

Peter Pelinka über die letzte Posse im Niedergang der Partei des Magna-Gründers

Team Stronach: Frank Stronach sowie Kathrin Nachbaur im Rahmen einer Nationalratssitzung. © Bild: APA/GEORG HOCHMUTH

Ich gehöre zu den wenigen Journalisten, die Frank Stronach nicht nur als erfolgreichen Magnaten kennen gelernt haben: von 2001 bis 2007 unterstützte er finanziell „meine“ Wiener Austria, als Ex-Vizepräsident erlebte ich viele Eigenschaften, die ihn auch als Politiker prägen. Eigentlich: Prägten. Denn nach der Slapstick-Komödie um Kathrin Nachbaur (Lieblingstochter beichtet Papa nicht rechtzeitig ihre Schwangerschaft, zeigt auch sonst Ansätze von Trotz, wird enterbt und will dann doch reumütig zurück) ist Frank Stronach politisch tot, gescheitert wie einst in Kanada.

THEMEN:

Auch als Fußballmäzen wandte Stronach seine „goldene Regel“ stets an: „Wer das Gold hat, bestimmt die Regel“. So abrupt er Meinungen und Mitarbeiter wechselte, so unklar es war, wem von den eilfertigen Ohrenbläsern er nächste Woche Gehör schenken würde, eins war klar: wer auch nur mit einem Halbsatz Frank widersprach, war weg, binnen Wochen beispielsweise auch der von ihm gerade als Generalmanager inthronisierte Toni Polster. Das war im Fall Fußball schade, aber nicht gefährlich. Stronach hätte mit moderneren Führungsmethoden wohl mehr erreichen können, aber immerhin: seine Millionen bescherten den Violetten wenigstens zwei Meistertitel und respektable internationale Erfolge (dass es solche dann auch ohne Magna-Millionen gab, ausgerechnet unter dem aus der Gewerkschaft kommenden Präsidenten Katzian, freut heute jene Fans, die damals unter der one-man-show litten, besonders).

Im Sport können sich Egozentriker Erfolge kaufen, in der (demokratischen) Politik nicht. Stronach, dem gelebte Demokratie inklusive Debatten, Widerspruch und Kompromiss wesensfremd sind, hat kurz Teile der Öffentlichkeit beeindruckt, dann sich selbst entzaubert. Nun tun dies auch die letzten Profiteure: Kathrin Nachbaur hat Klubkollegen Zusatzgagen vom Milliardär verschwiegen, die sie – plus Steuergeld – mehr verdienen ließen als ein Minister. Und erklärt das zur „Privatsache“.

Wie lauteten die drei vom Team Stronach gepredigten „Grundwerte“? Wahrheit, Transparenz, Fairness. Nun: Game over!

Kommentare

Das Stronach Team war ein zusammengewürfelter Haufen der ohnehin nicht funktionieren konnte. Dass der Franky das nicht vorausgesehen hat, läßt auch an seinen Managementqualitäten zweifeln.

ich hoffe strache wird gewinnen. er wird in jrder hinsicht ordnung machen. gnadenlos.

Superguppy melden

da muss man nicht "Pelinka" heissen, um das festzustellen. bei den nächsten Wahlen sind die TS Geschichte und ein kurzer kick-up. Hat wiederum nur unser Geld gekostet und nichts gebracht. Schade.

strizzi1949
strizzi1949 melden

Aber, wenns der Pelinka einmal schreibt, dann ist es amtlich! Und - ja - schade!

Elcordes melden

Warum bis zu den nächsten Wahlen warten, die sind schon jetzt Geschichte. Sofort auflösen diese Juxtruppe.

Seite 1 von 1