Kommende Woche droht Bahn-Streik in Deutschland: Tarifkonflikt weiter ungeklärt

Mit wochenlangen Streiks laut Schell nicht zu rechnen

Die Lokführergewerkschaft GDL droht mit bundesweiten Streiks in der kommenden Woche. Wenn die Friedenspflicht in den Tarifverhandlungen mit der Bahn am Sonntagabend auslaufe, könne das Fahrpersonal wieder in ganz Deutschland streiken, sagte der GDL-Vorsitzende Manfred Schell. Er sehe "Waffengleichheit mit Bahnchef Hartmut Mehdorn", erklärte Schell.

Alle einstweiligen Verfügungen, die die Bahn vor Gericht gegen einen Lokführerstreik erwirkt habe, seien nicht mehr wirksam, betonte Schell. Im August hatte die Bahn erreicht, dass die Lokführer zuletzt nur noch bei der S-Bahn in Hamburg und Berlin die Arbeit niederlegen konnten. "Diese juristischen Schritte der Bahn haben aber keine Auswirkungen mehr auf unsere Möglichkeiten für einen neuen Streik", sagte Schell in der "Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung". Mit einem in Nürnberg geschlossenen Vergleich seien alle diese Verfahren abgeschlossen.

Mit wochenlangen Streiks ist laut Schell aber nicht zu rechnen. "Ich denke, dann wird die Politik irgendwann eingreifen und den Bahnvorstand zur Räson bringen", sagte Schell. Für den Feiertag am Mittwoch hat die Gewerkschaft Streiks ausgeschlossen. Die GDL fordert einen eigenständigen Tarifvertrag und Verbesserungen bei Arbeitszeit und Entgelt.

(apa/red)