Kommando zurück im Siemens-Streik:
Einigung auf Expertenteam-Einsetzung

Siemens-Sprecher Stockbauer: "Es gibt eine Lösung" Betriebsratschef hatte zuvor mit Streik gedroht

Kommando zurück im Siemens-Streik:
Einigung auf Expertenteam-Einsetzung © Bild: Reuters

Im Konflikt um die mögliche Kündigung von 600 Mitarbeitern in der Siemens-Softwaresparte SIS haben sich die Ereignisse überschlagen. Nachdem SIS-Betriebsratschef Samadani mit Streik drohte und darauf verwies, dass Siemens die Forderung nach Einsetzung eines Expertenteams ignoriert hätte, vermeldeten Zentralbetriebsratsvorsitzender Hagl und Unternehmensführung die Einsetzung des Teams.

Samadani selbst war in die Verhandlungen zwischen Hagl und Management nicht eingebunden, die Aussendung von Samadani war Hagl nicht bekannt. Laut Hagl geht es nun darum, Emotionen aus den festgefahrenen Verhandlungen zu nehmen, das Wort Streik wollte er nicht in den Mund nehmen. Samadani wiederum meinte, dass die Streikdrohung weiter im Raum stehe. "Die angekündigten Abwehrmaßnahmen, die u. a. auch Arbeitsniederlegungen beinhalten können, werden vorläufig - bis zu einer entsprechenden Vereinbarung für die Einsetzung der Expertengruppe und dem Verzicht der Firmenleitung auf Kündigungen - nicht zurückgenommen", so Samadani in einer Aussendung.

"Es gibt eine Lösung"
Darauf angesprochen hieß es von Siemens-Sprecher Harald Stockbauer: "Es gibt eine Lösung." Durch die Einigung mit Hagl sei nun der Weg für weitere Verhandlungen geebnet. Für ihn zähle die gemeinsame Einigung mit Hagl und nicht die Drohungen von Samadani, der lediglich einen kleinen Teil der Mitarbeiter vertrete.

Taskforce als Lösung?
"Wir haben uns darauf geeinigt, mittels einer Taskforce unter Einbindung externer Experten und der Betriebsratsköperschaft alle Ansätze und Lösungsvarianten zur Entschärfung der bestehenden Situation in der Softwareentwicklung SIS SDE zu erarbeiten, um Arbeitslosigkeit möglichst zu vermeiden", heißt es in der gemeinsamen Aussendung von Generaldirektorin Brigitte Ederer, Vorstand Wolfgang Köppl und Zentralbetriebsratsvorsitzendem Fritz Hagl nach dem Gipfelgespräch.

(apa/red)