Kombilohn erweist sich als Rohrkrepierer: Österreichweit bis jetzt nur 180 Bezieher!

Unterstützung des Modells deutlich unter Erwartungen AMS hat mit wesentlich mehr Beziehern gerechnet

Der am 1. Februar 2006 eingeführte Kombilohn hat am Arbeitsmarkt bisher nur wenig Akzeptanz gefunden. Ende Juli gab es in ganz Österreich nur rund 180 Personen, denen der Kombilohn genehmigt wurde. Damit liegt die Umsetzung des Modells deutlich unter den Erwartungen: Bei der Einführung war das Wirtschafts- und Arbeitsministerium von rund 3.000 erwarteten Beschäftigten ausgegangen.

Im Vollausbau sei mit bis zu 5.000 Kombilohn-Beschäftigten zu rechnen, hieß es vor sechs Monaten. Die Wirklichkeit sieht anders aus: In Vorarlberg und in Tirol hat gar nur je ein einziger Anspruchsberechtigter den Kombilohn erhalten, in Wien wurden bis Ende Juli laut Angaben des Arbeitsmarktservice 63 Förderfälle abgewickelt.

Beim AMS in Graz wurden bis Ende Juni 35 Fälle in der Steiermark registriert. "Wir haben mit mehr gerechnet", hieß es. Mit Stichtag Ende Juni seien österreichweit gerechnet erst 5,5 Prozent des Soll umgesetzt gewesen. In Oberösterreich wurden bis 31. Juli zehn Förderfälle abgewickelt, berichteten die "Oberösterreichischen Nachrichten". Der Chef des AMS-Oberösterreich, Roman Obrovski, sprach sogar von einem "Rohrkrepierer".

Es gebe noch einige Personen mit laufenden Förderansuchen, österreichweit werde die Zahl insgesamt inzwischen bei rund 200 Fällen liegen, heißt es aus dem AMS. Im Wirtschaftsministerium will man zunächst weiter abwarten, nach einem Jahr soll der Versuch dann evaluiert werden. (apa)