Kolumne: Das Modelbusiness geht online - wer es verschläft wird es schwer haben

Scharfzüngige Kolumne von Agentur-Chef Wachta Zwischen Webblogs und Computer-Verweigerer

Kolumne: Das Modelbusiness geht online - wer es verschläft wird es schwer haben

Vermehrt beobachte ich derzeit einen Trend, der auch vor dem Modelbusiness nicht halt macht: Das Internet gewinnt noch mehr an Bedeutung, als bisher.

"Die Verkäufe übers Internet steigen schlagartig, wir rechnen mit einem weiteren deutlichen Zuwachs!" meint Markus Edlmann von dubli.com, einer weltweiten Trading-Plattform. Gerade der Modebereich sei ihm persönlich besonders wichtig, so Edelmann, da er ursprünglich selbst in der Modebranche tätig war.

Auch ein Ansteigen von Online-Modeshops ist zu bemerken. Diese führen keine regulären Boutiquen mehr, machen aber mit geschickten PR-Strategien auf ihre Shops im Web aufmerksam. Somit erschliesst sich, natürlich auch für die Modelbranche, ein interessanter neuer Markt: Models werden für die Plattformen "zum aufpeppen der Seite" gebucht, zum anderen wird mit Modeshows auf diese aufmerksam gemacht.

Im Internetbereich ist noch das grosse Geld zu verdienen, somit spielen Etats oft keine besonders grosse Rolle. Das ist sicher eine Chance für Agenturen neue Einkommens-Möglichkeiten zu erschliessen. Man kann nur hoffen, dass diese Gelegenheiten nicht mit Preisdumping ruiniert werden.

Interessante Möglichkeiten bietet auch der Kommunikationsbereich im World Wide Web. Online-Zeitungen (wie z.b Wien-Heute) oder Webportale (wie z.b eVillage24) schiessen aus dem Boden. Sie wurden zu wichtigen Kommunikationskanälen um Modeshows und anderen Veranstaltungen zu bewerben... Newsletter sind nachwievor ein wichtiger Faktor, der jedoch durch viele Spam-Filter mittlerweile massiv beeinträchtigt wird. Was aufgrund des erhöhten Spam-Aufkommens natürlich verständlich erscheint.

Event-PR Agenturen (wie z.b VRcontrol.com) bieten eine Komplettvermarktung von Events im Internet an. "Eventseiten, Partyseiten, Online-Plattformen, Online-Zeitungen und auch Einladungen für Promis sind die ideale Ergänzung der Bewerbung für jedes Event. Wir können sie massgeschneidert beliefern!" so Ernst Georg Berger von der VRcontrol.

Eventfotografie hingegen ist derzeit rückläufig, was vorallem am Überangebot und zunehmender Marktsättigung liegt. Harald Artner, Inhaber von Clubinfo.at und einer der Pioniere der Branche, setzt daher vermehrt auf Pressefotografie. Einige Mitbewerber praktizieren diese ebenfalls in einem Aufwischen mit den Eventfotos.

Auch ein interessanter Trend aus Amerika setzt sich in Europa immer mehr durch: Webblogs. Models selbst berichten über ihre Aufträge mittels Webblog. Genauso nutzen auch Agenturen oder Fotografen diese beliebte Form der Kommunikation. Wir selbst haben den Trend vor langer Zeit erkannt und führen die gesamte Webpräsenz von Österreich`s Nächstes Topmodel mittels Webblog.

Es ist auch ideal um Meinungen einzuholen, auszutauschen und auch Erfolge dementsprechend darzustellen. Im Archiv von Webblogs kann man auch interessantes aus der Vergangenheit nachlesen.

Die Internetpräsenz ist somit, neben dem persönlichen Auftreten, zur wichtigsten Visitenkarte eines Unternehmens geworden. Umso weniger verstehe ich die teilweise furchtbaren Internetauftritte mancher Agenturen. Etablierte Agenturen können sich das natürlich eher erlauben, als Newcomer. Flair-models soll übrigens bis vor einiger Zeit nicht einmal einen Computer besessen haben, Internetpräsenz ist mir auch keine bekannt. (Wobei keine sicher besser als eine schlechte ist!)

Pedro Müller, der Inhaber von Flair, kann sich das aber natürlich erlauben: Er gilt als fix verankerte Grösse im österreichischen Modelbusiness. Junge Agenturen hingegen setzen voll auf den Internet-Markt und haben somit die Möglichkeit schnell ins Rampenlicht zu kommen.

Das Modelbusiness geht also online. Wer es verschläft wird es schwer haben.

Dominik Wachta ist Inhaber der Model-Agentur "Jademodels International"