Kolumbien findet "keine Ruhe": Bürger-
kriegsähnliche Zustände seit 40 Jahren

Tragisch: Mehrere hunderttausend Binnenflüchtlinge Land mit weltweit höchster Zahl von Entführungen

In Kolumbien mit seinen mehr als 44 Millionen Einwohnern herrschen seit mehr als vier Jahrzehnten bürgerkriegsähnliche Zustände. Rebellen der linksgerichteten Gruppen FARC (Revolutionäre Streitkräfte Kolumbiens) und ELN (Nationales Befreiungsheer) sowie rechte Paramilitärs drangsalieren die Bevölkerung und liefern sich Kämpfe mit der Armee. In den 32 Provinzen des südamerikanischen Landes gibt es mehrere hunderttausend Binnenflüchtlinge.

Die Freischärler-Gruppen entstanden zwischen 1948 und 1958, als sich Liberale und Konservative einen Bürgerkrieg lieferten. Die FARC als älteste und mit schätzungsweise 15.000 Kämpfern größte Guerilla-Gruppe bekämpft seit Anfang der 50er Jahre gewaltsam die Staatsmacht. Seit 1984 stimmte sie mehreren Waffenruhen zu, die aber alle scheiterten. Gemeinsam mit der ELN kontrolliert die FARC über ein Drittel des Anden-Staates, zumeist unzugängliche Dschungelgebiete. Zu ihren Praktiken zählen Mord und Geiselnahmen.

Entführungen als Haupteinnahmequelle
Kolumbien ist das Land mit den weltweit meisten Entführungen. Lösegelder für die oft jahrelang festgehaltenen Geiseln sind eine Haupteinnahmequelle der Rebellen. Auch der Kokain-Export gilt als Finanzierungsmittel der Rebellen. Nach Militärangaben ist die FARC eines der größten Drogenkartelle Lateinamerikas. (apa/red)