EM 2016 von

Koller bezüglich Favoritenrolle gegen Ungarn reserviert

Koller kann auf ein fittes Team ohne Ausfälle zurückgreifen © Bild: APA (AFP)

Österreichs Fußball-Teamchef Marcel Koller ist der seiner Mannschaft im EM-Auftaktspiel am Dienstag (18.00 Uhr/live ORF eins) gegen Ungarn zugeschobenen Favoritenrolle gegenüber skeptisch eingestellt. "Ich kann nicht viel damit anfangen, ob wir Favorit oder Außenseiter sind", erklärte der Schweizer am Montagabend in seiner Abschluss-Pressekonferenz am Spielort in Bordeaux.

Das Spiel werde auf dem Platz entschieden, betonte Koller. Sein Team sieht der 55-Jährige sehr gut vorbereitet. "Die Konzentration und die Fokussierung, das hat sich zum Spiel hin alles gesteigert", sagte Koller nach drei Wochen gemeinsamer Vorbereitung vor dem Abschlusstraining. "Wir sind bereit."

Einem Einsatz von Marc Janko im EM-Auftaktmatch dürfte indes nichts im Wege stehen. Wie Teamchef Marcel Koller am Montag unmittelbar vor dem Abflug nach Bordeaux bekanntgab, sind alle 23 Spieler für das Duell mit den Magyaren fit.

Janko wurde zuletzt von Muskelbeschwerden geplagt und konnte phasenweise nur individuell trainieren. Seine Torjäger-Qualitäten sind gerade gegen die Ungarn gefragt, die wohl auf eine Defensivtaktik setzen werden. Dabei könnte der Mannschaft des deutschen Trainers Bernd Storck auch die äußeren Bedingungen zugutekommen. Für Dienstag ist in Bordeaux Regen angesagt - ein schwierig zu bespielender Platz hilft im Normalfall dem verteidigenden Team.

Koller will der Wetterprognose aber nicht zu viel Beachtung schenken. "Der Gegner hat das gleiche Wetter wie wir, der Ball ist nach wie vor rund und der Rasen 2,3 Zentimeter hoch", betonte der Schweizer. "Man muss das ausblenden, das darf nicht störend sein."

Seine Schützlinge wüssten auch, wie man unter widrigen Umständen kickt. "Wir sind keine Schönwetter-Fußballer, sondern spielen auch, wenn es stürmt und schneit", erklärte Koller.

Der Teamchef bat am Montagabend zum Abschlusstraining im Stade de Bordeaux - spätestens nach dieser Einheit sollte die Startformation stehen. "Ich habe die Aufstellung schon im Kopf", verriet der 55-Jährige, naturgemäß ohne Details zu nennen.

In den Stunden vor dem Spiel will Koller seinen Schützlingen die Anspannung nehmen. "Jetzt geht es darum, die Lockerheit beizubehalten und nicht zu verkrampfen." Große Bedenken habe er diesbezüglich nicht. "Wir sind in einem guten Flow drin."

Die dreiwöchige Einstimmung auf die EM ist zur vollsten Zufriedenheit des Teamchefs verlaufen. "Die Vorbereitung hat perfekt geklappt. Wir sind aus meiner Sicht gut vorbereitet." Deswegen blickt Koller der Ungarn-Partie gelassen entgegen. "Ich fühle mich entspannt und locker. Unmittelbar vor dem Spiel wird ein gewisses Kribbeln kommen, aber das brauche ich auch und hat nichts mit Nervosität zu tun", sagte der Nationaltrainer.

Ob seine Auswahl gegen Ungarn als Favorit gilt, interessiert Koller relativ wenig, zumal der bisherige EM-Verlauf gezeigt hat, wie stark sich vermeintliche Außenseiter präsentieren können. "Alle Spiele waren sehr eng, es kann immer auf die eine oder andere Seite kippen", meinte der Teamchef.

Seine Erkenntnis daraus: "Man muss seine Chancen nutzen, sonst bekommt man die Tore selbst. Oft sind Kleinigkeiten entscheidend."