Kollektivvertrag von

Metaller verhandeln weiter

Viel Hoffnung und wenig Konkretes zum Start der vierten Gesprächsrunde

Stahlarbeiter © Bild: Thinkstock/Photodisc

Heute, Dienstagnachmittag, gehen die Kollektivvertrags-Verhandlungen für den Fachverband der Maschinen-und Metallwarenindustrie (FMMI) in die vierte Verhandlungsrunde. Vor Beginn um 14:00 Uhr in der Wirtschaftskammer gaben sich beide Seiten bedeckt. Zuvor hatten die Gewerkschaften mit Betriebsversammlungen in nahezu alle Betrieben und Protestkundgebungen vor den Firmen der Verhandlungsführer den Druck auf die Arbeitgeber erhöht.

Fachverbands-Obmann Christian Knill setzte zu Beginn der Gespräche eine versöhnliche Geste und besuchte die versammelten Betriebsräte persönlich. Anschließend meinte er vor Journalisten dass er froh sei, dass beide Seiten nun wieder am Verhandlungstisch gegenübersitzen und nicht auf der Straße mobilisiert wird. Er zeigte sich zuversichtlich, dass es heute eine Einigung geben könnte.

Diese Hoffnung äußerte auch Rainer Wimmer, Chef und Verhandlungsführer der Produktionsgewerkschaft Pro-Ge. Eine Einigung könne es aber nur geben wenn sich die Arbeitgeberseite bewege, betonte er.

Noch viele Punkte offen

Doch auch nach drei Verhandlungsrunden sind noch viele Punkte offen. So konnten sich beide Seiten nicht auf eine gemeinsame Inflationsrate einigen, die dann, zusammen mit dem Produktivitätszuwachs die Gesprächsbasis darstellt. Mit allen fünf anderen Metallerverbänden konnten sich die Arbeitnehmer bereits in der ersten Runde auf eine Inflation von 2,3 Prozent verständigen. Der FMMI ist mit 120.000 Beschäftigten der größte Verband, die fünf anderen Verbände kommen gemeinsam auf rund 60.000 Mitarbeiter.

Doch nicht nur um die Lohnerhöhung wird noch gestritten, auch die Arbeitszeit ist heuer wieder ein Dauerbrenner. Hier möchte die Arbeitgeberseite, nach vergeblichen Anläufen in den Vorjahren, nun endlich eine Arbeitszeitflexibilisierung durchsetzen. Im wesentlich sind damit längere Durchrechnungszeiträume für Überstunden avisiert. Für die Unternehmen würde dies bedeuten, dass sie besser auf Auftragsschwankungen eingehen können. Die Arbeitnehmer könnten dadurch aber um Überstundenentgelte umfallen, da die angefallenen Mehrstunden in auftragsschwachen Zeiten wieder abgebaut werden könnten.

Wie es weitergeht wenn auch heute keine Übereinkunft zustande kommt, ließ Wimmer offen. Da bereits Betriebsversammlungen stattgefunden haben wurde die erste Eskalationsstufe schon teilweise ausgenutzt. Vorstellbar wären nun nochmalige Betriebsversammlungen, die dann nahtlos in Warnstreiks übergehen könnten.

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