Köpfchen & Harakiri: Rapids Zellhofer mit Leistung gegen Altach nicht zufrieden

Bei Derby gegen Austria notfalls destruktiv spielen Schlusslicht Altach vor Schlüsselspiel gegen Sturm

Österreichs Fußball-Rekordmeister SK Rapid hat beim 3:2-Heimsieg gegen Altach Köpfchen bewiesen - allerdings nur beim Toreschießen. Alle drei Treffer der Hütteldorfer resultierten aus Kopfbällen, im Spielaufbau jedoch setzten die Grün-Weißen ihr Oberstübchen laut Trainer Georg Zellhofer zu selten ein. "Wir wollen alles schon in der ersten Hälfte zerreißen, versuchen es zu sehr mit der Brechstange. Wir müssen geordneter auftreten", kritisierte der Coach.

Tatsächlich kassierten Payer und Co. durch individuelle Abwehrfehler zunächst das 0:1 und danach noch das 2:2, ehe Markus Katzer zu Beginn der Rapid-Viertelstunde das Siegestor gelang. "Das Ergebnis war positiv, die Leistung sicher nicht", meinte Zellhofer. Trotz seiner Warnungen hätte die Mannschaft geglaubt, in ähnlicher Manier wie beim 4:1 gegen Sturm (drei Tore in den ersten 19 Minuten) zum Erfolg kommen zu können.

Zellhofer warnt vor "Harakiri-Spiel"
"Aber das spielt es einmal oder zweimal, nicht jedes Match. Ohne Absicherung anzugreifen ist ein Harakiri-Spiel", so Zellhofer, der den angeschlagenen Mario Bazina (Rissquetschwunde am Schienbein) nach starker Leistung nach 62 Minuten vom Feld holen musste.

Im Hinblick auf das Derby gegen die Austria im Horr-Stadion gelte es, diese Fehler abzustellen. "Wir müssen versuchen, auswärts zu punkten, notfalls auch mit einem destruktiven Spiel, um dann über die Abwehr zu gewinnen. Ich habe nichts von einem schönen Spiel wie in Ried, und dann fahren wir ohne Punkte nach Hause", sagte Zellhofer, dessen Mannschaft die beiden bisherigen Saison-Auswärtspartien in der Fremde (jeweils 0:1 in Mattersburg und Ried) verloren hat.

Diese Negativ-Serie soll am Wiener Verteilerkreis, wo am 22. Oktober des Vorjahres (2:0) der bisher letzte Auswärtssieg gefeiert wurde, ihr Ende finden. "Es ist wichtig, dass wir vor dem Derby sechs Punkte haben, aber wir müssen uns steigern", forderte der Oberösterreicher.

Sein Gegenüber Michael Streiter erklärte die vierte Niederlage im vierten Spiel für den Aufsteiger auch mit mangelndem Spielglück. "Das war das vierte Spiel, wo wir über weite Strecken dabei waren. Wenn wir das 3:2 machen, fahren wir wahrscheinlich mit drei Punkten heim", ärgerte sich der Tiroler. "Ich glaube, heute hat nicht die bessere, sondern die glücklichere Mannschaft gewonnen."

Die nackten Zahlen sagen jedoch, dass Altach mit der Pleite in Hütteldorf den Negativrekord eines Aufsteigers eingestellt hat. 1999 hatte auch Bregenz vier Startniederlagen in Folge kassiert, in der Folge jedoch den Klassenerhalt geschafft.

Altach vor Schlüsselspiel gegen Sturm Graz
Auf das Tabellenschlusslicht aus Vorarlberg wartet nun am kommenden Wochenende vor eigenem Publikum ein Schlüsselspiel gegen Sturm Graz. "Wenn wir da drei Punkte machen, sind wir wieder voll dabei", machte der frühere Teamspieler seinen Kickern Mut. Optimistisch für das Duell mit den "Blackys" stimmte den Trainer die Leistung von Froylan Ledezma. Der Angreifer aus Costa Rica, dessen Spielgenehmigung erst am Freitag eingetroffen war, lieferte bei seinem Debüt für die Altacher so wie sein Sturmpartner Leonardo eine starke Leistung ab. "Mit den Beiden haben wir ein Top-Duo in Österreich. Sie werden uns noch viel Freude bereiten", prognostizierte Streiter.
(apa/red)