"Können um die Spitzenplätze mitfahren": Eisel vor Radsport-Heim-WM zuversichtlich

Keine fixe Kapitänsrolle im Team der Österreicher Attacken von Glomser: "Er ist wie ein kleines Kind"

Das österreichische Team für das Straßenrennen bereitet sich in Bad Tatzmannsdorf abseits des Trubels in Salzburg auf die Heim-WM vor. Auf Querschüsse des enttäuschten, weil nicht nominierten Gerrit Glomser reagierte die Equipe um Topsprinter Bernhard Eisel mit demonstrativer Geschlossenheit. "Wir können sicherlich um die Spitzenplätze mitfahren", meinte Eisel.

Eine Kapitänsrolle wird in der Mannschaft von Bundestrainer Hartl nicht vergeben, Eisel gilt aber im Fall einer Sprintankunft als der schnellste Mann. "Die Presse setzt sich mit der Frage mehr auseinander als wir selbst", meinte der 25-jährige Steirer, der 2006 bereits drei Rennen gewonnen hat. Die Entscheidung werde kurzfristig je nach Rennsituation fallen. "Die WM beginnt sowieso erst nach 200 (von insgesamt 266) Kilometern."

In Bezug auf den anspruchsvollen Rundkurs gab sich Sprinter Eisel realistisch: "Wenn am Schluss eine zehnköpfige Spitzengruppe fährt, dann werde ich wohl nicht mehr dabei sein." Stattdessen hofft der Tour-de-Suisse-Etappensieger des Vorjahres, der in der kommenden Saison für T-Mobile in die Pedale tritt, auf eine Massenankunft. "Jetzt von einer Medaille zu sprechen, wäre aber utopisch. Planen lässt sich das nämlich nicht."

Zu stark sei die Konkurrenz aus Deutschland, Spanien und Italien. "Die Italiener haben neun potenzielle Weltmeister am Start. Wir haben zwar ein sehr starkes Team, aber da können wir nicht mithalten", meinte Eisel, der am Donnerstag mit seinem nach Sturz bei der Vuelta wiedergenesenen Kollegen Bernhard Kohl nach Salzburg reist. Daneben stellen sich auch Rene Haselbacher, Peter Wrolich, Georg Totschnig und Christian Pfannberger in den Dienst der Sache, wollen im Fall der Fälle für das Team arbeiten.

Glomser hatte in einem Interview auf ORF.at seiner Enttäuschung freien Lauf gelassen und zu einem Rundumschlag gegen die sechsköpfige ÖRV-Equipe ausgeholt. "Er ist wie ein kleines Kind. Das ist richtig peinlich. Er sollte wieder einmal Leistungen bringen, statt reden. Sein Verhalten ist amateurhaft, sonst nichts", entgegnete Haselbacher. "Er hat null Berechtigung, bei der WM zu fahren. Sein Einsatz ist nicht einmal zur Diskussion gestanden", ergänzte Eisel. "Uns motivieren diese Querschüsse höchstens zusätzlich."

Der nicht nominierte Salzburger Lokalmatador hatte wie schon in vergangenen Jahren für Unruhe im Nationalteam gesorgt, indem er einen österreichischen Top-Ten-Platz, den Hartl für den Höhepunkt der Heim -WM offiziell als Ziel ausgegeben hat, für so wahrscheinlich wie einen Lottosechser befunden hatte. Eisel, der sein Geld derzeit noch beim französischen Glücksspiel-Monopolisten Francaise des Jeux verdient: "Da bin ich aber froh, dass ich für eine Lotterie fahre." (apa)