Königsentmachtung - Nepal wird Republik: Maoisten übernehmen Regierungsgeschäfte

Kathmandu: Unpopulärer König muss Palast räumen Parteienstreit um künftige Rolles des Präsidenten

Königsentmachtung - Nepal wird Republik: Maoisten übernehmen Regierungsgeschäfte © Bild: AP/McConnico

Mit der Ausrufung der Republik durch die verfassunggebende Versammlung in Nepal ist die 240 Jahre alte Monarchie in dem Himalaya-Staat abgeschafft worden. Bei der ersten Sitzung der Versammlung in Kathmandu stimmte eine überwältigende Mehrheit für die Republik.

Der Beginn der historischen Sitzung hatte sich wegen eines Streits zwischen den Parteien um über zehn Stunden verzögert. "Dies ist der Tag, an dem mein Traum wahr geworden ist", sagte der scheidende Übergangs-Premierminister Girija Prasad Koirala, als die Sitzung schließlich begann. "Die ganze Welt blickt auf uns."

Bei der ersten Versammlung in Kathmandu stimmten 560 Abgeordnete für die Republik, nur vier dagegen. Innenminister Krishna Prasad Sitaula, der den Regierungsentwurf für die Ausrufung der Republik verlas, sprach von einer "Revolution des Volkes". Der König werde künftig ein gewöhnlicher Bürger sein, sagte er unter Beifall.

Die verfassunggebende Versammlung fungiert als Übergangsparlament und wird auch eine neue Interimsregierung bestimmen. Die Regierung wird von den Maoisten geführt werden, die die Wahl am 10. April gewonnen hatten, aber nicht über eine absolute Mehrheit verfügen. Bis 2006 hatten die Maoisten zehn Jahre lang mit Waffengewalt gegen die Monarchie gekämpft. Der Konflikt kostete mehr als 13.000 Menschen das Leben.

(apa/red)