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Was Königin Silvia
von Schweden so bewegt

Diese Begegnung veranlasste Silvia, einen ungewöhnlichen Schritt zu gehen

Königin Silvia von Schweden © Bild: imago/Belga

Königin Silvia führt ein tolles Leben. Doch sie denkt noch immer oft an Brasilien zurück. Das Land, in dem ihre Mutter geboren wurde und sie somit ihre Wurzeln hat. Eine Tatsache, die die 71-Jährige nie vergessen hat und sie und ihren Mann, den schwedischen König Carl XVI. Gustaf, auch immer wieder dazu veranlasst, dort hin zu fliegen. Nicht ohne Folgen.

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"Mein Mann und ich reisen ziemlich oft. In vielen Teilen der Welt haben wir Kinder in schwierigen Situationen gesehen. In Brasilien, wo ich aufgewachsen bin, wollte ich die ärmeren Viertel besuchen – und das taten wir dann auch", erzählt die Königin im Interview mit dem "National Public Radio" .

Eine besondere Begegnung

Eine Begegnung bewegte sie besonders. Denn dort lernte sie einen kleinen Buben kennen: "Er wollte mir etwas zeigen, also bin ich ihm gefolgt. Es war eine Kiste! In der hat er gelebt, ganz alleine. ‚Das ist mein Haus’, erzählte er mir. Er war so stolz darauf", erklärte die 71-Jährige während einer Veranstaltung in New York.

Auf Worte folgen Taten

Das Schicksal des Burschen ließ sie nicht los, auch nicht am Flug nach Hause. Dauernd dachte sich Silvia: "Was ist mit dem kleinen Jungen in der Kiste passiert? Er war alleine, ungeschützt, und ich dachte: ‚Ich muss etwas tun’." Gedacht, getan. Sie gründete mit "Childhood" eine eigene Hilfsorganisation für Kinder. Nichts, was für eine Königin damals üblich war. "Es waren die 90er. Ich dachte an diese Straßenkinder und den sexuellen Missbrauch von Kindern. Und wirklich niemand traut sich darüber zu sprechen! Aber wenn man nicht drüber spricht, kann man auch nichts daran ändern."

"Alle waren sehr geschock"

Die Reaktionen waren nicht gerade positiv: "Alle waren sehr geschockt. Und ich habe dem Publikum gesagt: ‚Ich bin genauso geschockt wie ihr und es ist nicht leicht darüber zu sprechen – nicht als Frau, als Mutter oder als Königin – aber ich muss euch darauf aufmerksam machen", erinnert sich die Königin.

Im Endeffekt hat es sich jedoch ausgezahlt aus der reihe zu tanzen, denn ihre Organisation wächst und wächst seit der Gründung im Jahr 1999. Schon über 100 Projekte wurden damit verwirklicht, dass das Leben viele Kinder besser machen soll.

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