Happy Birthday von

König mit Max-Faktor:
Willem-Alexander wird 50

Das niederländisches Staatsoberhaupt feiert am "Koningsdag" mit dem Volk

Knapp acht Pfund schwer, 50 Zentimeter lang - und ein ganzes Volk war aus dem Häuschen. Am 27. April 1967 wurde im Universitätskrankenhaus in Utrecht der niederländische Kronprinz geboren: Willem-Alexander Claus George Ferdinand - und dann noch einige prinzliche Titel. Zum ersten Mal seit 150 Jahren hatten die Niederlande wieder einen Kronprinz.

Am liebsten wäre er Pilot geworden, hat Willem-Alexander oft gesagt. Das Fliegen ist noch immer seine Leidenschaft - aber ein Hobby. Der hochgewachsene breitschultrige Mann mit dem äußerst gewinnenden Lachen ist seit 2013 der König der 17 Millionen Niederländer. Seinen 50. Geburtstag wird er am "Koningsdag" traditionell mit dem Volk feiern. In diesem Jahr besucht die königliche Familie die südniederländische Stadt Tilburg.

Als Prinz war er früher dabei noch für jedes Spielchen zu haben. "Keksschnappen" etwa oder auch Kloschüssel-Weitwurf - dabei war allerdings so manchem Zuschauer das Gesicht vor Scham orange-rot angelaufen. Das alles macht er heute natürlich nicht mehr. Wer weiß, vielleicht hat das auch mit dem berühmten "Max-Faktor" zu tun. Seit der Hochzeit mit der blonden Argentinierin Maxima 2002 ist Willem-Alexander gesetzter und seine Sympathiewerte sind gestiegen. Die große Mehrheit der Niederländer findet auch, dass er seine Sache als König gut macht.

Das war nicht immer selbstverständlich. Denn lange war Willem-Alexander als "Prinz Pilsje" verschrien, der in Leiden lieber Gasthäuser als Geschichtsvorlesungen besuchte und mit seinen schnellen Auto auch schon einmal in der Gracht landete.

© imago/Hollandse Hoogte Willem-Alexander mit seiner Maxima

Wasserwirtschaft als Steckenpferd

Sein Vater, der deutsche Prinz Claus, gab seinem Sohn schließlich den entscheidenden Rat: Er solle sich nach der Vorbereitung auf das Königsamt mit Wasserwirtschaft befassen. Das ist alles anderes als ein Luxusthema. Denn gerade das platte Land an der Nordsee, von dem 40 Prozent unter dem Meeresspiegel liegen, ist vom Klimawandel bedroht.

Daneben war und ist der Sport Willem-Alexanders große Leidenschaft - aktiv und passiv. Immer, wenn Niederländer um Medaillen kämpfen, will er dabei sein - soweit es der Terminkalender zulässt natürlich. Ob beim Eislaufen, Hockey oder Fußball - Willem-Alexander fiebert mit und hopst beim Sieg auf der Tribüne. Und wenn so mancher Kritiker das nicht gerade königlich findet: Der König jubelt noch immer gern gemeinsam mit seiner Frau Maxima (45) und den drei Töchtern Amalia (13), Alexia (11) und Ariane (10).

© APA / AFP PHOTO / ANP / Robin van Lonkhuijsen

Amt im Internationalen Olympischen Komitee

Als König musste er schweren Herzens sein Amt im Internationalen Olympischen Komitee (IOC) aufgeben und sein Fachgebiet die Wasserwirtschaft. Nun muss er Rücksicht nehmen auf die Regierungspolitik und kann seine Meinung kaum noch offen äußern. Sogar die kleine Rolle bei der Regierungsbildung wurde gestrichen. Da hatte seine Mutter Beatrix doch deutlich mehr Einfluss - und nutzte den.

Willem-Alexander muss nun vor allem das tun, was er eigentlich immer verabscheute: "Bändchen durchschneiden". Eröffnungen, Einweihungen, Empfänge. Aber das sei schon okay, sagte er in einem TV-Interview kurz vor der Thronbesteigung 2013. "Auch beim Bändchenschneiden kann es um Inhalte gehen." Schließlich könne er selbst entscheiden, welche Bändchen er zerteile und so zeigen, was ihm wichtig ist.

Persönliches Interview zum 50er

Am Vorabend seines 50. Geburtstages hat Willem-Alexander sein bisher wohl persönlichstes Interview gegeben. Er habe in seinem Leben "viele Fehler gemacht und Grenzen überschritten", sagte er am Mittwochabend in dem TV-Interview. Als Beispiel nannte er ein "wildes Leben" als junger Mann.

"So habe ich mich selbst sehr gut kennen gelernt." Willem-Alexander feiert am Donnerstag seinen 50. Geburtstag. Der bisher größte Schmerz in seinem Leben sei der Tod seines Bruders Friso vor vier Jahren gewesen. "Das ist eine Narbe, die nie heilen wird", sagte er mit Tränen in den Augen. Sein Bruder Friso war nach einem Skiunfall nicht mehr aus dem Koma erwacht und 2013 gestorben.

Der König wollte sich in dem mehr als 70 Minuten dauernden Gespräch nach eigenen Worten so persönlich wie möglich zeigen. Die Zuschauer sollten sehen: "Wer ist der Mann, der 50 ist und sich wie 30 fühlt."