Koalitionsansage an SPÖ? FPÖ kann sich Kanzlerin Burgstaller "sehr gut vorstellen"!

Freiheitliche Absage an Parteiobmann Gusenbauer FP-Chef Strache: "Stelle als Dritter Kanzleranspruch"

Strache kann sich eine Bundeskanzlerin Gabi Burgstaller "sehr gut vorstellen". Koalitionsansage an die SPÖ sei dies aber keine, bekräftigte er am Dienstag bei einer Pressekonferenz, auch Parteiobmann Alfred Gusenbauer als Regierungschef sei für die Freiheitlichen nicht vorstellbar. "Wenn ich Dritte Kraft werde, stelle ich den Kanzleranspruch", kündigte Strache in Anspielung auf Schüssel außerdem an, "wir sind das ja gewohnt in Österreich."

"Ich werde ernsthaft darüber nachdenken, dass man vielleicht eine Kanzlerin möglich macht", definierte Strache sein Verhältnis zur SPÖ neu. Interessant könnte auch eine politische Konstellation sein, die schon bei der ORF-Wahl für Schlagzeilen sorgte: Ich kann mir vorstellen, dass es eine Regierung geben kann, die sich freie Mehrheiten schaffen muss. Strache sieht sich vor allem als Herausforderer von Schüssel: "Ich werde keinen Mini-Berlusconi unterstützen", ließ er diesen erneut wissen, "jetzt geht es wirklich um 'SOS Demokratie'".

Lopatka fürchtet sich vor "Dschibuti-Koalition"
ÖVP-Generalsekretär Reinhold Lopatka sieht in der Sympathiebekundung von Strache wenig Erfreuliches und bemühte abermals die Flagge eines afrikanischen Staates: Er fürchtet sich vor einer "Dschibuti-Koalition", also einer blau-grünen Unterstützung für einen roten Stern.

"Die Aussagen von FPÖ-Chef Strache belegen wieder deutlich: Die SPÖ tut für Posten alles und will sich nach der Wahl sogar von der FPÖ in den Kanzlersessel hieven lassen", so Lopatka in einer Aussendung. Burgstallers Forderung, die FPÖ auf den dritten Platz der Nationalratswahlliste zu setzen, erscheine dadurch in einem ganz anderen Licht: "Offenbar gibt es im Hintergrund bereits Koalitionsabsprachen zwischen Burgstaller und Strache."

"Eine Stimme für den selbst ernannten echten Freiheitlichen Heinz-Christian Strache ist eine Stimme für die Große Koalition unter einem roten Kanzler", meinte hingegen BZÖ-Obmannstellvertreter Stefan Petzner in einer schriftlichen Stellungnahme.(apa/red)