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Neonatologe: "Fötus ist der Passivraucher par excellence"

Ehemaliger Chef der Wiener Universitäts-Kinderklinik warnt vor Kippen des geplanten Gastro-Rauchverbots

Die durch Passivrauchen erfolgende Schädigung der Betroffenen beschränkt sich laut Arnold Pollak, ehemaliger Chef der Universitäts-Kinderklinik (MedUni Wien/AKH) und international renommierter Neonatologe, längst nicht nur auf Erwachsene. "Der Fötus ist der Passivraucher par excellence", sagte der Experte am Dienstag gegenüber der APA zu den Plänen der schwarz-blauen Koalitionsverhandler.

"Das für die damalige Gesundheitsministerin Sabine Oberhauser (SPÖ) entscheidende Argument habe ich damals im Obersten Sanitätsrat vorgebracht. Der Erwachsene kann das Kohlenmonoxid, das als Abbauprodukt beim Rauchen entsteht, abatmen. Das ungeborene Kind kann das nicht. Föten haben um zwei Drittel höhere Kohlenmonoxidkonzentrationen im Blut als die Schwangeren", sagte Pollak. Erwachsene könnten Raucherlokalen etc. eventuell ausweichen, Ungeborene seien einer Passivrauchbelastung schutzlos und intensiver ausgeliefert. Wenn beispielsweise durch irgendeinen zusätzlichen Faktor an sich schon ein Defizit in der Sauerstoffversorgung des Ungeborenen bestehe, könne die zusätzliche Kohlenmonoxidbelastung durch das Passivrauchen fatale Folgen haben.

Das sei besonders schädlich und erzeuge auch Langzeitwirkungen für das spätere Leben der Kinder, betonte der Experte. Zum Beispiel kämen Kinder dann mit einer reduzierten Lungenfunktion auf die Welt. Er, Pollak, sei erschüttert über die bekannt gewordenen Plänen der möglichen zukünftigen Koalitionspartner.

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