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Ministerin Kneissl feiert
Hochzeit mit Putin

Kanzler Kurz ebenfalls bei Trauungs-Location eingetroffen

Politik - Ministerin Kneissl feiert
Hochzeit mit Putin © Bild: APA/Schlager

Der russische Präsident Wladimir Putin ist am Samstag bei der Hochzeitsgesellschaft von Außenministerin Karin Kneissl (FPÖ) in der Südsteiermark angekommen. Der außergewöhnliche Hochzeitsgast sorgte im Vorfeld der Feierlichkeiten für scharfe Kritik.

Entgegen Gerüchten vor der Hochzeit über einen Helikopter-Flug reiste er mit einem Autokonvoi an. Kurz vor ihm war auch noch der österreichische Bundeskanzler Sebastian Kurz (ÖVP) eingetroffen.

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Kneissl und ihr Mann Wolfgang Meilinger fuhren gemeinsam mit ihren Trauzeugen in einer Pferdekutsche bei der Trauungs-Location vor - gefolgt von zwei geschmückten Traktoren mit Anhängern, auf denen Hochzeitsgäste auf Bänken Platz genommen hatten. Von einem der beiden Anhänger winkte auch Verkehrsminister Norbert Hofer (FPÖ) den Schaulustigen entlang der Straße zu. Kanzler Kurz sowie Vizekanzler Heinz-Christian Strache (FPÖ) zogen die Fahrt mit ihren Dienstfahrzeugen vor.

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    Außenministerin Karin Kneissl heiratete heute in der Steiermark den Unternehmer Wolfgang Meilinger. Weiter: BILDER der Hochzeit!

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    Außenministerin Karin Kneissl (FPÖ) und ihr Ehemann Wolfgang Meilinger.

Putin überreichte der Braut, die ihn vor dem Eingang vom Gasthof Tscheppe erwartete, einen Blumenstrauß, wie auf Fernsehbildern zu sehen war. Mit in seinem Auto reiste die Russland-Beauftragte der Bundesregierung, Ex-First-Lady und Ex-Russland-Botschafterin Margot Klestil-Löffler. Kurz nach Putin traf auch der Don-Kosaken-Chor ein, den Putin mitgebracht hatte.

Keine Glückwünsche der Opposition

SPÖ-Europasprecher Jörg Leichtfried sieht Österreichs außenpolitische Position durch die Teilnahme des russischen Präsidenten Wladimir Putin an der Hochzeit von Außenministerin Karin Kneissl (FPÖ) Schaden nehmen. In einer am Samstag auf Twitter veröffentlichten parlamentarischen Anfrage betonte er die besondere Verantwortung während der EU-Ratspräsidentschaft.

In der an die Außenministerin gerichteten Anfrage betreffend den "Arbeitshochzeitsbesuch des russischen Präsidenten" bezeichnete er die gewählte Vorgangsweise als "befremdlich, naiv und geeignet, nachhaltigen Schaden an Österreichs außenpolitischer Position anzurichten".

Leichtfried verwies dabei auf die Kritik seitens der Vorsitzenden des außenpolitischen Ausschusses im ukrainischen Parlament, Hanna Hopko. Diese hatte am Mittwochabend erklärt, dass Österreich mit der Hochzeiteinladung für Putin nun kein neutraler Vermittler in der Ukraine mehr sein könne. Nach Ansicht des SPÖ-Europasprechers wäre Österreich dafür als neutrales Land besonders geeignet gewesen.

Da Österreich aktuell die EU-Ratspräsidentschaft innehabe und somit die Union nach außen vertrete, sei es "umso symbolischer und schädlicher", Putin "in dieser Art und Weise zu hofieren", so Leichtfried. Er gab zu bedenken, dass es massive Kritik sowohl an Putins Innen- als auch an seiner Außenpolitik gebe.

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