Aufreger von

Kneissl-Hochzeit: Kritik
auch von US-Botschafter

Weitere Kritik an Putins Besuch bei Kneissls Hochzeit: Der US-Botschafter in Wien Trevor Traina hat die Annäherung Österreichs an Moskau kritisiert.

"Wenn jemand ein Brückenbauer sein will, dann muss er schon beide Seiten miteinander verbinden oder die Brücke ist nicht zu gebrauchen", sagte Traina in der "ZiB 2" am Dienstag in Hinblick auf die Teilnahme des russischen Präsidenten Wladimir Putin an der Hochzeit von Außenministerin Karin Kneissl (FPÖ).

»Man muss schon sehr vorsichtig sein, wenn eine Seite offensichtlich bevorzugt wird«

Die USA würden verstehen, dass Österreich eine Beziehungen zu Russland habe und dies auch nie verhindern, meinte der US-Botschafter. "Aber man muss schon sehr vorsichtig sein, wenn eine Seite offensichtlich bevorzugt wird", kritisierte Traina, der seit Mai als Botschafter der USA in Österreich ist.

Petritsch: Kneissl "schwer beschädigt"

Der ehemalige Spitzendiplomat Wolfgang Petritsch sieht nach Putins Besuch bei Kneissls Hochzeit ein massives Problem für die österreichische Außenpolitik: "Die zentrale operative Figur der Außenpolitik ist die Außenministerin und die ist schwer beschädigt", erklärte er.

Die Einladung des russischen Präsidenten sei "nicht nur ein Fehler" gewesen, "das war eine Dummheit", sagte der SPÖ-nahe Diplomat. "Fehler kann man korrigieren, Dummheiten werden in der Politik aber nicht so einfach verziehen und sie bleiben hängen", sagte er.

»Fehler kann man korrigieren, Dummheiten werden in der Politik aber nicht so einfach verziehen«

Petritsch geht davon aus, dass die Symbolkraft jener Bilder, die die Außenministerin etwa bei einem Knicks vor Wladimir Putin zeigen, in der Zukunft noch stärker würden, da sie zunehmend von ihrem ursprünglichen Kontext losgelöst würden.

Versuche von Bundeskanzler Sebastian Kurz (ÖVP), der international hervorragend vernetzt sei, sowie von Bundespräsident Alexander Van der Bellen, der in seine Rolle hinein- und über sie hinauswachse, könnten zwar einiges abdecken, betonte Petritsch. "Letztlich bleibt es aber immer eine Rettungsaktion und Schadensbegrenzung", erklärte der Diplomat.

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