Knappheit auf dem Silbermarkt: Ausgabe von Fünf- und Zehn-Euro-Münzen gestoppt

Silberpreis übersteigt den aufgeprägten Wert bereits Spezielle Sammlermünzen sind noch nicht betroffen

Knappheit auf dem Silbermarkt: Ausgabe von Fünf- und Zehn-Euro-Münzen gestoppt © Bild:

Die Nationalbank-Tochter Münze Österreich hat für heuer die Ausgabe von "normalen" silbernen Fünf- und Zehn-Euro-Münzen gestoppt. Als Grund wird der hohe Silberpreis genannte. Allein das in den Silberfünfern steckende Edelmetall kostet auf dem Weltmarkt mittlerweile 5,40 Euro. Weil die Nationalbank diese Umlaufmünzen zum Nominalwert abgeben muss, wäre dies ein schlechtes Geschäft.

Münzsammler müssen jedoch nicht um ihre Leidenschaft fürchten: Münzen in speziellen Sammler-Qualitäten werden trotzdem noch ausgegeben, wie aus dem aktualisierten Prägeprogramm der Nationalbank (OeNB) hervorgeht. Für Sammlermünzen muss mehr als der aufgeprägte Wert bezahlt werden. Eine offizielle Aussage der Münze zum abrupten Stopp der Silbergeld-Ausgabe steht noch aus.

Der Silberpreis ist im vergangenen Jahr um gut 80 Prozent gestiegen. Nach einer kurzen Schwächephase im Jänner steigt der Preis nun erneut an. Aktuell kostet die Unze Silber 29,24 Dollar bzw. 21,57 Euro. Auf dem (physischen) Silbermarkt herrscht Knappheit - das Edelmetall befindet sich in der so genanten backwardation. Darunter versteht man einen Zustand auf den Futuremärkten, in dem ein Rohstoff, der jetzt oder in naher Zukunft geliefert werden muss, teurer ist, als zu einem Liefertermin, der in ferner Zukunft liegt.

China importiert Silber
Die derzeitige Situation auf dem Silbermarkt sit "ein Signal dafür, dass der Markt eng ist", so Ronald Stöferle, Rohstoffanalyst bei der Erste Bank zur APA. "Eine solche Situation war bisher nur punktuell der Fall - ein so langer backwardation-Zeitraum wie jetzt ist historisch ohne Beispiel."

Stöferle führte den Druck auf den physischen Markt einerseits auf ein geändertes Nachfrager-Verhalten zurück: "Anders als früher kaufen die Investoren jetzt, wenn der Preis fällt." Außerdem habe das klassische Silberexportland China 2010 erstmals seit langem wieder Silber eingeführt. Die chinesischen Silberimporte (netto) hätten sich 2010 auf 3.500 Tonnen belaufen, sagte Stöferle.

(apa/red)