Klubchef als Reservekanzler: Wolfgang Schüssel ist der starke Mann im Hintergrund

NEWS: Klubobmann diktierte Regierungsvorschriften Scharfzüngiger Klubchef und schwarze Turbulenzen

Klubchef als Reservekanzler: Wolfgang Schüssel ist der starke Mann im Hintergrund

Regierungserklärung im Nationalrat, die Szenerie sprach Bände. Bundeskanzler a. D. Wolfgang Schüssel erstmals in seiner nun neuen Funktion als ÖVP-Klubchef am Rednerpult.

"Herr Bundeskanzler, lieber Vizekanzler Molterer. Machen Sie lebensnahe Politik! Denken Sie an die Jugend! Geben Sie Hoffnung und Optimismus! Festigen Sie das soziale Netz! Schauen Sie auf das Geld der Steuerzahler! Verteidigen Sie unsere Heimat! Das ist die Pflicht einer Bundesregierung."

183 Nationalratsabgeordnete waren elektrisiert - der abgetretene Regierungschef gerierte sich wie der eigentliche Chef im politischen Ring. Wolfgang Schüssel gab dem Kabinett Gusenbauer I akkurat und ungeniert Regierungsanweisungen. Im Stakkato.

Scharfzüngiger Klubchef, schwarze Turbulenzen
Dass Schüssel nicht dran denkt, sich zurückzuziehen und die von ihm ausverhandelte Koalition einfach vor sich hin werken zu lassen, machte der Kanzler a. D. via TV klar: Sein öffentlicher Rüffel für SPÖ-Justizministerin Maria Berger - sie hatte die Abberufung von Kärntens Landeshauptmann Jörg Haider in den Raum gestellt - war eindeutig: "Nicht klug, diese Aussage!" Aber nicht genug damit.

Schüssel eröffnete auch schon eine zweite Front mit dem neuen Koalitionspartner SPÖ: "Selbstverständlich" weitere Schritte bei Privatisierungen, die Telekom Austria und OMV im Visier habend. SP-Finanzstaatssekretär Christoph Matznetter trocken: "Kommt nicht infrage." Dass es selbst am Parlamentstag der Regierungserklärung zudem zwischen den Koalitionsklubchefs Josef Cap und Wolfgang Schüssel zu Wortgefechten wegen der Staatsschulden kam, rundete das Bild nur ab: Der gefallene Wendekanzler steht trotz Rückzugs in die zweite Reihe im Saft.

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