Leben von

7 Dinge, die Klärarbeiter
verrückt machen

Eine eklige Liste derjenigen, die Ihren Dreck wieder rausholen müssen

Kläranlage © Bild: istockphoto.com/Chalabala

Wenn Sie nicht wissen wohin mit dem Dreck, gibt es immer noch das Klo oder den Abfluss? Bitte nicht: Arbeiter bei Kläranlagen haben eine Liste an Dingen erstellt, die ihnen die Arbeit schwer machen. Wenn Sie gelesen haben, womit sich die Arbeiter herumschlagen müssen, werden Sie bestimmt zwei Mal überlegen, was wie entsorgt gehört.

1. Gestrecktes Waschmittel

Kaufen Sie nicht? Vielleicht doch: Wer XXL-Packungen kauft, füllt seine Maschine meist statt mit echtem Waschpulver hauptsächlich mit dem Füllstoff Natriumsulfat. Diese sind gleich dreifach schädlich für den Kanal: Sie bilden eine schwefelige Säure, die selbst Beton anfrisst, die lebensgefährlichen Schwefelgase riechen nach faulen Eiern und sie können nicht abgebaut werden, verlassen also das Klärwerk und versalzen die Gewässer.
Besser: Kompaktwaschmittel kaufen, die kleinste empfohlene Dosis einfüllen, bei hartem Wasser Enthärter dazu geben. Für den Geschirrspüler nehmen Sie am besten Pulver - Tabs enthalten mehr Waschmittel als nötig.

2. Silikonöle

Von etwa 100.000 Schadstoffen, die Klärwerker aus dem Wasser holen müssen, gehören Silikonöle zu den 30 am schwersten filterbaren Schadstoffen. Und diese sind die Geheimwaffe der Kosmetikindustrie bei der Faltenglättung, sprich: in sehr vielen Kosmetika enthalten. Das Dumme: Silikon kann nicht zu 100 Prozent beseitigt werden. Ein Teil landet wieder im Wasserkreislauf, in den Flüssen, auf den Feldern der Bauern und dann auf unserem Teller.
Besser: Auf Kosmetik mit Silikon verzichten. Die Alternativen tragen meist den Zusatz Naturkosmetik. Silikonöl ist in der Liste der Inhaltsstoffe oft als Dimethicone oder Methicone aufgeführt.

News.at-Video: Leben als Kanalarbeiter

© Video: News.at

3. Mikroplastik

Als Mikroplastik werden Plastikpartikel bezeichnet, die kleiner als fünf Millimeter sind. Kunststoffe werden in der Kosmetik in unterschiedlichen Formen verwendet: zum Beispiel in Kosmetika wie Zahnpasta und Peelings. Aber auch Waschmaschinen ohne Flusensieb spülen Kunstfasern aus der Wäsche in den Kanal, die so klein sind, dass sie nicht herausgefiltert werden können. So gelangt das Plastik in den Wasserkreislauf und wird von Tieren und Menschen aufgenommen. Inklusive Gift: Denn Plastik zieht Umweltgifte wie ein "Magnet" an.
Besser: Kaufen Sie Pflegemittel ohne Kunststoffe.

4. Haare

Lange Haare gehören unbedingt in den Mistkübel, denn sie sind verstopfen die Pumpen der Klärwerke. Sie verbinden sich zu langen, ekligen Zöpfen und die Arbeiter müssen sie dort wieder herausziehen.

5. Wattestäbchen

So klein und schon so lästig? Weil sie so schmal und winzig sind, dringen sie im Klärwerk bis in die feineren Filteranlagen und Pumpensysteme vor. Dort verstopfen sie die Rillen und man kann sie nur noch mit teuren Spezialsieben wieder entfernen. Bitte nicht ins Klo, sondern in den Müll werfen!

6. Feuchttücher

Die meisten wissen gar nicht mehr, wie sie ohne ausgekommen sind. Für Klärwerker sind sie jedoch ein rotes Tuch, denn sie bestehen aus reißfester Kunstfaser und zersetzen sich im Gegensatz zu Klopapier nicht im Wasser. So können sie in hoher Anzahl riesige Pumpen zum Stehen bringen. Und dann beginnt es durch den Gullydeckel zu stinken. Ab damit in den Mist!

7. Öl

Das Öl, mit dem sie gekocht haben, sollten Sie im besten Fall in Flaschen abfüllen und in den Mistkübel schmeißen. Fett ist für Klärwerker ein Alptraum: Wenn es erkaltet, verschmiert es Pumpen und Druckleitungen. Und es verbindet sich mit Taschentüchern und Klopapier zu großen Klumpen, den so genannten Schwimmdecken. Manche sind so dick, dass man auf ihnen gehen kann.

Klärwerk
© 2013 AFP/Getty/FREDERICK FLORIN

Kommentare

Ivor Oszkar Abraham

1. Gestrecktes Waschmittel
2. Silikonöle
3. Mikroplastik

Verbieten Problem erkannt Problem gebahnt.

Gebrauchtes Altspeisefett gehört in den Öli. Der Öli ist ein Sammelsystem in mittlerweile über 2.000 Gemeinden. Das gesammelte Fett bildet den Rohstoff für erneuerbare Energien, wie Biodiesel, Biogas und Ökostrom

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Immer werden die Benutzer gebeten auf solche Abfälle zu achten, die Industrie soll solche Produkte nicht auf den Markt bringen, müsste heute doch möglich sein. Oder ?

strizzi1949
strizzi1949 melden

Da wäre ich aber gespannt, wie Sie ohne Speiseöl auskommen wollen?

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