Klischee der Raunzer endgültig widerlegt? 75% der Österreicher fühlen sich sehr gut!

Alltagskrankheiten und chronische Leiden nehmen zu Top 3: Kreuzschmerzen, Bluthochdruck und Allergien

Klischee der Raunzer endgültig widerlegt? 75% der Österreicher fühlen sich sehr gut!

Die Österreicher fühlen sich gesund, sind es aber nicht. Denn die meisten kämpfen tagtäglich mit allerlei Wehwechen und chronischen Leiden. Die offenbar etwas getrübte Wahrnehmung der Betroffenen führt allerdings dazu, das das Leben weiterhin in vollen Zügen genossen wird.

Die Österreicher - ein Volk von Raunzern und Zauderern? Keine Spur. Laut einer aktuellen Untersuchung der Statistik Austria fühlen sich 75,5 Prozent der Alpenrepublikaner "sehr gut" oder zumindest "gut". Dabei widerlegt ebendiese Studie genau dieses Empfinden. Mehr als 15.000 Personen haben die Mitarbeiter der Statistik Austria im Auftrag des Gesundheitsministeriums von März 2006 bis Februar 2007 befragt. Das verblüffende Ergebnis: Drei Viertel der Österreicher geht es - subjektiv gesehen - sehr gut. Die erhobenen Daten beweisen jedoch das genaue Gegenteil: 2,3 Mio. Menschen im Alter über 15 Jahren leiden unter Wirbelsäulenbeschwerden, 1,3 Mio. haben hohen Blutdruck, 1,1 Mio. kämpfen ständig mit Allergien, je knapp über eine Mio. Menschen klagen über Gelenkserkrankungen sowie Kopfschmerzen bzw. Migräne, fast 400.000 haben Diabetes.

Fettleibigkeit und Nikotinkonsum steigt
Laut Statistik steigt der Anteil der Fettleibigen an der Bevölkerung weiter. Zwölf Prozent der Männer und 13 Prozent der Frauen in Österreich sind den Definitionen der Weltgesundheitsorganisation (WHO) zufolge "adipös". Auch punkto Nikotinkonsum ist kein Umdenken zu erkennen: 1,6 Mio. Österreicher rauchen täglich, besonders immer mehr Frauen und Jugendliche greifen regelmäßig zum Glimmstängel.

Lebenserwartung steigt trotzdem
"Die Ergebnisse zeigen Tendenzen der Entwicklung typischer Zivilisationskrankheiten. Das ist eine große Herausforderung für die Gesundheitspolitik", resümierte Gesundheitsministerin Andrea Kdolsky am Dienstag im Rahmen der Präsentation des Berichts. Ursachen für den nicht allzu beeindruckenden Gesundheitszustand der Österreicher seien falsche Ernährung, Rauchen, Übergewicht und Bewegungsmangel. Die Studie bestätigt: Lediglich 32 Prozent der Männer und nur 23 Prozent der Frauen betreiben regelmäßig Sport. Doch dank eines funktionierenden Gesundheitssystems steigt die Lebenserwartung der Österreicher weiter an. Derzeit werden Männer durchschnittlich 77,1 Jahre alt (plus 4,8 Jahre seit 1991), Frauen 82,7 Jahre (plus 3,7). (apa/red)