Klinische Studie belegt: Sonnencreme aus der Schweiz kann Krebs-Risiko minimieren

Im Test: Krebs-gefährdete Transplantations-Patienten Eindeutiges Ergebnis: Dank Creme kein Krebs mehr

Klinische Studie belegt: Sonnencreme aus der Schweiz kann Krebs-Risiko minimieren

Zum ersten Mal soll in einer klinischen Studie bewiesen worden sein, dass ein Sonnenschutzmittel Patienten vor "Weißem Hautkrebs", also Plattenepithelkarzinomen schützen kann. Diese Ergebnisse wurden am Mittwoch bei einer Pressekonferenz am Rande des 16. Kongresses der Europäischen Akademie für Haut- und Geschlechtskrankheiten (EADV) mit rund 7.000 Teilnehmern in Wien präsentiert. Als Probanden dienten Patienten nach Organtransplantationen, die wegen der erforderlichen Immunsuppression besonders anfällig für solche Erkrankungen sind.

"Hautkrebs ist die mit Abstand häufigste Krebsart bei Transplantationspatienten. Jeder (Transplantations-)Patient entwickelt durchschnittlich sieben Tumore in den ersten fünf Jahren nach der Transplantation - 27 Prozent von ihnen sterben daran. Der Grund für dieses 100fach höhere Risiko gegenüber der Gesamtbevölkerung liegt in der ständigen Immunsuppression durch Medikamente gegen Abstoßungsreaktionen. Normalerweise ist das Immunsystem imstande, abnorme Hautzellen zu identifizieren und zu entfernen. Eine Unterdrückung oder Schwächung des Immunsystems eliminiert diesen Schutzschild und somit steigt das Risiko, dass entartete Zellen zu wuchern beginnen", hieß es bei der Pressekonferenz.

Cremen gegen Krebs
Das legte nahe, die Wirkung eines Sonnenschutzmittels gegen die Entstehung von Hauttumoren abseits des Melanoms an Patienten nach Transplantationen zu testen. Dies geschah in Berlin an der Charité. 60 zufällig ausgewählte Patienten mit Organtransplantation wurden unter der Leitung des Dermatologen Eggert Stockfleth zwei Jahre lang mit "Daylong actinica" behandelt. Das Hauptaugenmerk dabei war auf die Entwicklung von Hauttumoren gerichtet. Die Ergebnisse wurden mit Daten identer Patientengruppen (Alter, Hauttyp, Umstände der Transplantation, Zahl und Ausprägung bestehender Hauttumore) verglichen. Die Vergleichsgruppe hat nachweislich keinen regelmäßigen, adäquaten Sonnenschutz verwendet. Die Ergebnisse waren eindeutig.

Sonnenschutz aus der Schweiz
In der Kontrollgruppe hatten sich beispielsweise die Spinaliome (Plattenepithelkarzinome) innerhalb von zwei Jahren mehr als verdoppelt, in der Gruppe der Behandelten trat kein einziges neues Spinaliom nach zwei Jahren Beobachtung auf. Im Falle der Aktinischen Keratosen, die in Fachkreisen als mögliche Vorläufer von Spinaliomen gelten, waren die Daten noch eindeutiger: Während die Aktinischen Keratosen in der Kontrollgruppe um 38 Prozent stiegen, waren sie in der Behandlungsgruppe um 53 Prozent seltener. Das Produkt ist ein liposomaler Sonnenschutz, der in der Schweiz produziert wird. (APA/red)