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Klimawandel macht krank

Fast eine Viertelmillion Tote in 20 Jahren - Die Gründe sind nicht immer direkt

Klimawandel © Bild: iStock

Experten und Mediziner sind sich einig: Die Erderwärmung macht krank. Nach Schätzung der Weltgesundheitsorganisation (WHO) könnte sie von 2030 bis 2050 fast einer Viertelmillion Menschen den Tod bringen: 38.000 älteren Menschen, die Hitze ausgesetzt sind; 48.000 Menschen durch Diarrhö-Epidemien; 60.000 durch Malaria und 95.000 Kindern durch Unterernährung.

Dabei sind die Gründe nicht immer direkt: Die Klimaerwärmung führt nicht unmittelbar zu einer Cholera-Epidemie, aber sie schafft Bedingungen, die zur Ausbreitung tödlicher Seuchen führen können. "Es ist schwierig, den exakten Anteil zu messen, der auf höhere Temperaturen zurückzuführen ist", sagt Robert Barouki vom französischen Institut Inserm.

Das sind die direkten Folgen

Zu den direkten Folgen gehören etwa Todesfälle durch Herz-Kreislauf- oder Atemwegskrankheiten bei Hitzewellen. Die Hitzewelle im Sommer 2003 in Europa kostete 70.000 Menschen das Leben. Starke Sonnenstrahlung kann Hautkrebs verursachen. Und der Klimawandel führt zu häufigeren Naturkatastrophen mit Todesopfern.

Folgen des Klimawandels
© APA/Martin Hirsch

Mehr Naturkatastrophen

Seit den 60er-Jahren hat sich deren Zahl verdreifacht. "In jedem Jahr haben Naturkatastrophen den Tod von mehr als 60.000 Menschen verursacht, insbesondere in den Entwicklungsländern", konstatiert die WHO.

Was höhere Temperaturen auslöst

Nicht zuletzt fördern höhere Temperaturen das Wachstum von allergieauslösenden Pflanzen, etwa der Ambrosia. Diese aus Amerika eingewanderte Pflanze mit ihren aggressiven Pollen könnte sich bis 2050 auf dem ganzen europäischen Kontinent ausgebreitet haben.

Auswirkungen des Klimawandels
© APA/Walter Longauer

Nährboden für Infektionen

Der Klimawandel ist überdies ein Nährboden für Infektionen, die etwa durch Mücken oder Würmer übertragen werden. "Die saisonale Übertragungszeit kann verlängert und die geografische Ausbreitung erweitert werden", schätzt die WHO. So droht in China eine Bilharziose-Epidemie, eine durch Würmer verbreitete Parasiten-Krankheit, von der in den tropischen Regionen 200 Millionen Menschen befallen sind. Auch Malaria und Dengue-Fieber sind auf dem Vormarsch.

Ein weiterer gesundheitsschädigender Faktor ist die Luftverschmutzung und Ozonbelastung. So sind höhere Ozonwerte, die mit der Sonneneinstrahlung steigen, etwa für Asthmatiker ein erhebliches Risiko.

Belastung durch Feinstaub

Ebenso steigt die Belastung durch Feinstaub, wenn sich wie erwartet die Waldbrände ausweiten und auch nördlichere, bisher verschonte Regionen heimsuchen. Feinstaubpartikel dringen tief in die Atemwege ein, können Lungenkrebs, Herz-Kreislauf-Beschwerden und Asthma hervorrufen. Schon heute leiden weltweit 300 Millionen Menschen an Asthma. "Höhere Temperaturen werden die Sterblichkeit in dieser Gruppe steigen lassen", prognostiziert die Weltgesundheitsorganisation.

Die größten Klimasünder

Auflistung nach Ländern, Pro-Kopf-Ausstoß, Sektor: Wer sind die größten Klimasünder? Ein Überblick über die CO2-Emittenten geordnet nach Ländern, Pro-Kopf-Ausstoß, Wirtschaftssektor und Treibhausgas:

Die Länder und ihr Anteil am weltweiten CO2-Ausstoß

1. China: 24 Prozent
2. USA: 15 Prozent
3. EU: 10 Prozent
4. Indien: 6 Prozent
5. Russland: 4,9 Prozent
6. Japan: 2,9 Prozent
7. Brasilien: 2 Prozent
8. Iran: 1,6 Prozent
9. Indonesien: 1,6 Prozent
10. Kanada: 1,5 Prozent

Auf das Konto der zehn Länder (darunter die gesamte EU) gehen 70 Prozent der gesamten weltweiten CO2-Emissionen.

Pro-Kopf-Ausstoß nach Ländern

Katar: 36 Tonnen CO2 pro Einwohner
USA: 17 Tonnen
Australien: 17 Tonnen
Russland: 11 Tonnen
Deutschland: 9 Tonnen
Großbritannien: 7,8 Tonnen
China: 5,4 Tonnen
Weltweiter Durchschnitt: 4,1 Tonnen
Indien: 1,4 Tonnen
Äthiopien: 0,1 Tonnen
Wirtschaftssektor:
- Energieproduktion: 35 Prozent
- Land- und Forstwirtschaft: 24 Prozent
- Industrie: 21 Prozent
- Verkehr: 14 Prozent
- Gebäude: 6 Prozent
Treibhausgas:
- Kohlendioxid (CO2): 76 Prozent
- Methan: 16 Prozent
- Lachgas: 6 Prozent
- Fluorierte Treibhausgase: 2 Prozent

Quellen: Weltklimarat (IPCC); Climate Analytics (Institut); World Recources Institut)

Kommentare

christian95 melden

Am Beispiel von Deutschalnd:
Braunkohlekraftwerke sind eine CO2 Schleuder, daher werden noch gut funktionierende geschliffen. (Subventionen zahlt der Steuerzahler). In der Nordsee werden Windparks errcihtet, durch das ganze Land werden neue Hiochspannungsleitungen gebaut, (- zahlt der Stromkunde). Braunkohlew ird nun exportiert mit Subventionen vom Steuerzahler.

christian95 melden

Eine Deutsche Bank fördert Braunkohlekraftwerke in Polen Griechenland oder Brasilien. (In Griechenland mit über 750 Mio!). Dabe wäre in Griechenland ein Solar- oder Windkraftwerk viel billiger und wirkungsvoller. Braunkohlekrafwerke im Auisland nennen sie "neue Technologie". Warum sie diese neue Technologie nicht im eigenen Land anwenden wird verschwiegen.

christian95 melden

Ein anderes Beispiel: Damit die großen deutschen Luxusschlitten auch "umweltgerecht" sind wurde ein "Mix" beschlossen. Ein asiatischer Autokonzern hat im Jahr über 1.000 Elektroautos zugelassen und somit eine tolle CO2 Bilanz. Diese E-Autos haben alle eine Tageszulassung von einem Händler der sie dann als Gebrauchtwagen exportiert.

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Eine ziemlich reißerische und alarmierende Überschrift. Nur, führt sie auch zu den richtigen Schlüssen ?
Ich kann genau so behaupten: "Unsere Medizin fördert Krebs !" und hätte damit genau recht wie die, die die Überschrift formulierten.
Warum ? Die Medizin erhöht unsere Lebenserwartung, und wer schon in jungen Jahren stirbt, dessen Körper hatte einfach keine Zeit Krebs zu entwickeln. Insofern, je besser die Medizin desto höher die Lebenserwartung und je höher die Lebenserwartung, desto höher die Chance an Krebs zu erkranken. Darf ich daraus schließen, dass die Medizin der Gesundheit abträglich ist ?

Wenn man ein Diagramm erstellen würde, dessen X-Achse die mittlere globale Temperatur und dessen Y-Achse die Tragfähigkeit der Erde (also die maximale Weltbevölkerung, die die Erde ernähren kann) zeigt, dann würden wir sehen, dass, ausgehend der aktuellen Temperaturen, eine Erwärmung die Erde lebensfreundlicher macht. Natürlich nicht in jedem Detail, denn der steigende Meeresspiegel kostet Landfläche und wandelt einige jetzt noch fruchtbare Regionen in weniger fruchtbare um. Aber er wandelt auch wenig fruchtbare Regionen (vor Allem in hohen Breiten) in fruchtbarere um. In Summealso bringt eine höhere Temperatur, vor Allem in Verbindung mit mehr verfügbarem Kohlenstoff (dieser ist ja sozusagen das "Element des Lebens") mehr Vegetation, Mehr Biomasse und somit mehr Nahrung.

Man kann sich ja ausmalen, was bei einer globalen Abkühlung passiert - wie dann die Schlagzeilen aussehen würden. Stünde hier dann "Abkühlung, weniger Epidemien und alles wird besser !" oder vielmehr "Globale Abkühlung ! Mehr Grippe, weniger Nahrung, mehr Erdölverbrauch ! Weideflächen werden laufend weniger, Evakuierungsplan für Norwegen im Jahr 2080 geplant !"

higgs70
higgs70 melden

Naja, wie die Entwicklung im Detail aussehen wird ist aus Komplexitätsgründen (die Wolken scheinen da ein massives Problem zu sein) ohnehin nicht in allen Details vorauszusehen, nur ist Feuer am Dach so unangenehm wie Wasser im Keller und die Tatsache schneller Veränderung an sich bedrohlich, wenn es nämlich schnell geht ist Anpassung durch Ortswechsel oder durch Adaptierung für Organismen nicht möglich,und wir reden hier von Änderungen in paläontologisch gar nicht mehr wahrnehmbaren Zeitabständen.
Das Problem des Wandels ist übrigens sowieso nicht nur eines der Erwärmung, wenn etwa der Golfstrom kippt wirds lokal sehr frostig, durch die Klimaeerwärmung. Dazu kommt noch das Phänomen der Wetterextreme und dann haben wir noch die Sache mit dem Methanhydrat, das hat hier schon einmal für Zulegen eines Turbos gesorgt, mit verheerenden Konsequenzen.
Was mich betrifft, überlasse ich die physikalischen Detailfragen den Klimaforschern, ich halte mich da lieber an die biologischen Indikatoren und was ich sehe ist der größte Faunenschnitt der milliardenalten Erdgeschichte und der passiert schon.Und das ist meß-,zählbar und fatal.

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Organismen passen sich permanent an - die Natur ist eben unbeständig und natürliche Organismen sind dem angepasst bzw mussten sich seit jeher dem laufenden Wechsel anpassen.
Lediglich der zivilisierte Mensch lebt in der Illusion, die Natur wäre konstant und würde sich nur auf Grund des menschlichen Eingriffes verändern. Eine Annahme aus Selbstüberschätzung. Zwar kann der Mensch in die Natur eingreifen und sie im Laufe von Jahrzehnten / Jahrhunderten auch in globalem Maßstab in gewissem Rahmen verändern. Aber die Natur selbst kann es ebenso, tut es auch, und das noch viel mehr/besser/stärker.

Während aber Pflanzen und Tiere nur wenig ortsgebunden sind, hat der zivilisierte Mensch Besitztümer und Infrastrukturen, die nur in einem sehr eng gesteckten Szenario funktionieren und nicht mittransportiert werden können. Zusätzlich ist er komfortmäßig zumindest in unseren Breiten sehr verwöhnt. Insofern trifft ihn ein Vulkanausbruch, der steigende Meeresspiegel oder Tsunamis für ihn selbst ungewöhnlich hart.

higgs70
higgs70 melden

Naja, wenn es Ihnen hinreicht, dass die Schaben das überstehen werden, für die gilt das was sie schreiben, für viele andere Spezies nicht. ( Was den Menschen betrifft, könnten Sie allerdings recht haben, denn unsere ökologische Potenz ist genauso limitiert wie offenbar unsere geistige, sonst ließen wir es nicht zu).
Und wissens,wenn mir jede simple Biostatistik ausweist, dass wir im Jahr über dreißigtausend Arten verlieren - das ist gemessen und gezählt (etwa rezentpaläontologisches z.b:Peter Ward:The End of Evolution,Weidenfeld and Nicolson,1995),die Fallstudien zu Lokalfaunen füllen mittlerweile ganze Wände - und dass das in absoluten Zahlen bereits jetzt das größte Artensterben der Erdgeschichte ist, weiß ich wo es hingeht, denn das Dumme ist, dass ein Ökosystem,das artenärmer wird, auch instabiler wird und die Extinktinsrate nochmals steigt und irgendwann ist Schluss. Und dann ist der Satz " Organismen passen sich permanent an" schlichtes Wunschdenken.
Aber Sie müssens mir nicht glauben,es geht mittlerweile so rasant,dass Sie es selbst mitbekommen werden, oder um es mit Farkas zu sagen: Schaun Sie sich das an.

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Schluss ?
Haben Sie schon mal versucht, auch nur ein Teller absolut keimfrei (entspricht Ihrem "Schluss") zu bekommen ? Und, falls Sie es tatsächlich schafften, wie lange dieser Zustand anhält ?
Manche Organismen überleben bei Eiskastentemperaturen, andere thermophile bei weit über Siedetemperatur. Die paar Grade Änderung, die der Mensch eventuell verursacht ist für die Natur kein Drama. Noch dazu, wo die Artenvielfalt ausgehend vom status quo mit steigender Temperatur und Kohlenstoffverfügbarkeit zu- und nicht abnimmt. Der Natur, sofern Sie ihr einen Willen zur Artenvielfalt und Lebensreichhaltigkeit unterstellen wollten, täten wir mit unserem Treiben einen Gefallen.
Wer allerdings ein Problem mit Veränderungen hat, in welche Richtung auch immer, ist der zivilisierte Mensch. Er hat ein Problem, wenn niedrige Landstriche überflutet werden. Er muss dann seine Küstenstädte verlassen und sich wo anders wieder neu ansiedeln. Seitens der Natur vergrößert sich der Lebensraum Meer auf Kosten von Land - und da das Meer mehr Lebewesen pro Fläche und besonders Volumen enthält als Land, würde die Natur höchstens "Mehr Meer her !" rufen.

Also, Organismen passen sich ständig an - das ist ein Faktum genannt Evolution. Das heißt nicht, dass jede Spezies überall überleben kann. Es heißt jedoch, dass bei veränderten Umweltbedingungen an jene Bedingungen angepasste Spezies entstehen werden bzw sich unter den vorhandenen Spezies welche finden werden, für die jene Bedingungen "gerade recht" sind. Die Natur lässt nichts ungenutzt.

Ratten sind ja auch nicht erst mit den Städten entstanden - jedoch fanden sie dort Bedingungen vor, die für sie eben gerade recht waren. Falls Sie nun geneigt sind, ob ich denn wolle, dass die Erde von Ratten bevölkert wäre dann muss ich Sie fragen, ob es nun um die Natur oder um unser ästhetisches Empfinden gehen soll.

higgs70
higgs70 melden

Schluss im Sinne von das Ende genau dieses Ökosystems, was nicht heißt, dass es dadurch keimfrei würde. Die Frage ist nämlich welche Leistung dieser oder jener Organismus im Ökosystem erbringt, wenn sich beispielsweise unsere Regenwurmspezies ins Nirvana verabschieden, wirds schwierig mit der Nahrung für viele andere, die wiederum dem Erhalt der nächsten dienen usw.. Dass das dann Bakterien, Plattwürmer und Asseln überleben werden beruhigt mich jedenfalls nicht.

Ihrer Annahme, dass mit steigender Temperatur die Artenvielfalt zunimmt, liegt die sogenannte "metabolische Theorie" zugrunde. Mag sicher reizvoll sein, weil man dadurch theoretisch ableiten kann wie groß der Zuwachs der Artenzahl bei einem gegebenen Temperaturunterschied sein würde. Die Schwierigkeit liegt allerdings darin, dass für die biologische Vielfalt nicht nur die Geschwindigkeit der Artbildung, sondern auch die Geschwindigkeit des Aussterbens verantwortlich ist und niemand sagen kann, ob und gegebenfalls wie diese mit der Temperatur zusammenhängt.( Jan Zrzavý: Evolution, Springer 2013) Die Speziationsrate ist zwar von Gruppe zu Gruppe unterschiedlich, nur ist in der Zeit von der wir reden mit Sicherheit nichts nennenswertes dazugekommen - das dauert nämlich.

Wo Sie recht haben, ist, dass die Natur nichts ungenutzt lässt, die Evolution verwendet das was ihr zur Verfügung steht, was anderes kann sie nicht. Es sollte also in unserem Interesse liegen, die Verfügbarkeit möglichst wenig einzuschränken, wenn wir nicht wieder bei den Einzellern landen wollen. Nicht der Ästhetik wegen, sondern des Überlebens willen. Ich weiß, kein anspruchsvolles Ziel, aber mich freuts.

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"Genau dieses Ökosystem" wird so oder so nicht Bestand haben, da sich die Welt mit und ohne Menschheit ständig ändert und sich das Ökosystem eben anpasst.

Und ja, nicht nur die Temperatur steigt, sondern auch die Menge des bioverfügbaren Kohlenstoffs. Also ist es sehr plausibel, dass "das Leben" durch unser Handeln eher sprießt als degeneriert.

Mir fällt allerdings keine plausible Begründung ein, warum es durch einen Klimawandel zurück zu den Einzellern gehen sollte. War beim Sauriersterben (oder anderen Prähistorischen Artensterben) auch nicht so, und das Leben überhaupt entstand in einer dem heutigen Maßstab nach sehr, sehr unwirtlichen Umwelt.

Bezüglich Menschheit geht es in Wahrheit weniger ums Überleben (wie gerne dramatisierend behauptet wird) als tatsächlich um den Erhalt unseres gewohnten Lebensstandards.
Also, letztendlich unterscheiden sich Umweltschützer von Umweltschutzverweigerern nicht in ihrem Ziel. Beise wollen einen möglichst hohen Lebensstandard. Der Unterschied bezieht sich lediglich auf den Zeitraum, über den sie ihren Lebensstandard maximieren wollen.

higgs70
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Na gut, nennen Sie's halt Lebensstandard, Lebensqualität wie auch immer, nur ist das Ziel bei Umweltschützern ein gemeinnütziges, etwas das bei den Gegnern wieder sicher nicht der Antrieb ist, der Zeitraum insofern größer als er sich auch auf die nächsten Generationen erstreckt und der Zweck nicht der des Maximierens, es geht nur noch um die Erhaltung des Rests.
Und dass milliardenalte Evolutionslinien abreißen, weil ein burgerfressendes Etwas einen SUV braucht oder ein Börsentrottel ans Shareholder-Value denkt, hat nun mal was ungemein perverses. Denn das Werkl ist nicht Milliarden Jahre gewachsen damits Idioten in ein paar Jahrzehnten für den Vorteil des eigenen Taschels ruinieren ( aktuellstes Beispiel die Katastrophe am Rio Doce in Brasilien oder das Abholzen des Regenwaldes - da sprießt und gedeiht übrigens nix mehr, außer Monokulturen mit Sojabohnen und Palmölplantagen).

Und wenn Sie,wie ich mutmaße, Vater sind, sollten Sie sich in dieser Frage auch überlegen,wo Sie sich hinstellen, ist aber natürlich Ihre Sache.

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Nun, ich habe meine Wertigkeiten und ich finde das, was wir Umweltschutz nennen, mindestens ebenso wichtig wie Sie. Aber ich leite aus meinen Vorlieben weder Allgemeingültigkeit noch irgendeine moralische Überlegenheit ab.
Wer will denn für alle bestimmen, ob ein 90 Jahre langes, langweiliges Leben besser oder schlechter sei als in 30 Jahre langes in Saus und Braus ?

higgs70
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Ja, alle Achtung, da sind Sie beherrschter als ich, obwohl ich den moralischen Zeigefinger auch nicht mag. Wohl aber den Finger der aufzeigt und da fallen Worte dann manchmal halt auch etwas deftiger aus. In meinem Alter nehm ich mir den Anspruch heraus es deutlich zu sagen, wer oder was mich stört, Sie wissen ja, die Zeit rennt und man will noch, dass es in die Hohlräume sickert.
Meinen tiefempfundenen Respekt übrigens für die Herrschaften von Greenpeace, die den friedlichen Widerstand schon Jahrzehnte durchhalten, dafür hätte ich zuviel Temperament, saturiert grinsende Idioten reizen mich.
Aber da habens schon recht, Maßstab bin ich keiner.

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Ja, Greenpeace & Co haben hierzulande breiten Zuspruch, so lange sie gegen gesichtslose Konzerne und Regierungen und überhaupt gegen "die anderen" agieren. Was aber, wenn sie unseren Schulen das Heizen verbieten und Klein Pia-Maria im Klassenzimmer friert oder aber sie den Schwellenländer die Automobilisierung verbieten wollen ?

Ähnlich beim Beispiel mit dem burgerfressenden Etwas. Es ist opportun, diesem den SUV zu verbieten. Was aber mit uraltzweitakterfahrenden Indern, deren Umweltverschmutzung weit über jene eines modernen SUVs hinausgeht ? Und deren Anzahl dazu noch ungleich höher ist ?

Es erscheint zumindest bigott, wenn man den einen zwingt, 100 kg CO2 weniger und dem anderen durchaus erlaubt, 1000 kg mehr zu produzieren.

Was dann bleibt sind Alibiaktionen wie unsere Lufthunderter, wo der Großteil des Feinstaubes andere Quellen als den PKW-Verkehr hat.

higgs70
higgs70 melden

Die Sorge ist unberechtigt, denn Greenpeace kann weder etwas verbieten noch befehlen, bestenfalls appellieren, was sie übrigens seit Jahrzehnten geduldig tun, und sogar dann ihre Contenance bewahren, wenn wieder eine "Verkettung unglücklichster Zufälle" eintritt wie beispielsweise damals bei BP und eine Reihe unschuldiger Betriebswirtschafts- und Managementengerln gesichtsloser Konzerne, die aber auch so gar nichts dafür können, jammern, das hätte man nicht wissen können und anschließend wieder in irgendeinem hirnamputierten Wirtschaftsmagazin Mann des Jahres sind, weil das Einsparen bei der Sicherheit dafür gesorgt hat, dass die Bilanz super ist.

Und ja, natürlich beteiligen sich auch andere nichtwestliche Staaten mittlerweile kräftig daran, den Ast abzusägen auf dem wir alle sitzen, aber daraus eine Legitimation für die eigenen Zerstörungen zu basteln ist ein gewagter logischer Doppelsalto mit anschließendem Bauchfleck.

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