Klimawandel von

Was das Klimaabkommen
2015 bringen soll

Textentwurf als Grundlage für Verhandlungen steht: Das sind die neuen Klimaziele

Bild zum Thema Klimawandel: Ein Eisbär treibt auf einer Eisscholle. © Bild: Thinkstock

Vom 30. November bis 11. Dezember 2015 findet die UN-Klimakonferenz in Paris statt, ein neues Abkommen ist geplant. Doch um welche Klimaziele geht es und was genau soll zum Schutz unseres Klimas vereinbart werden? NEWS.AT hat den Textentwurf, der als Grundlage für die Verhandlungen dienen soll, analysiert und die wichtigsten Fakten zum neuen Klimaabkommen zusammengefasst.

THEMEN:

1. Worum es bei der UN-Klimakonferenz in Paris geht
Auf der UN-Klimakonferenz in Paris 2015 (englisch: United Nations Framework Convention on Climate Change, 21th Conference of the Parties, kurz COP 21) soll ein neues Klimaabkommen für alle 194 Mitgliedsstaaten der UN-Klimarahmenkonvention beschlossen und damit der Nachfolgevertrag für das Kyoto-Protokoll festgelegt werden. Das geplante Klimaabkommen soll ab 2020 in Kraft treten, denn dann läuft das Kyoto-Protokoll aus. Das neue Abkommen verpflichtet erstmals alle Staaten dazu, den CO2-Ausstoß zu reduzieren. Bisher waren nur Industriestaaten an das Klimaabkommen gebunden.

2. Die Haltung der EU
Im Vorfeld der Klimakonferenz in Paris hat auch die EU ihre Pläne zur Reduktion der Treibhausgas-Emissionen vorgestellt: Der Ausstoß des Treibhausgases Kohlendioxid (CO2) soll bis 2030 um mindestens 40 Prozent - im Vergleich mit 1990 - reduziert werden. Das wurde von den EU-Umweltministern beschlossen. Klimaschützer haben den Beschluss allerdings kritisiert, da ihrer Ansicht nach das Angebot der EU zu niedrig ausfällt.

3. Ziel der bisherigen Klimakonferenzen
Ziel der letzten Klimakonferenzen war es vor allem, ein Nachfolge-Abkommen für das auslaufende Kyoto-Protokoll zu entwickeln, dessen Verlängerung (Kyoto II) bis 2020 auf der 18. UN-Klimakonferenz in Katar 2012 beschlossen worden ist. Das Kyoto-Protokoll (2005 in Kraft getreten) ist bislang das einzige völkerrechtlich verbindliche Klimaabkommen. Bis Anfang Dezember 2011 hatten 193 Staaten und die Europäische Union das Protokoll ratifiziert. Allerdings sind die USA nie beigetreten und Kanada ist im Dezember 2011 wieder ausgetreten.

4. Hauptstreitpunkte im Vorfeld
Bei der der letzten UN-Klimakonferenz in Lima (1. Dezember bis 12. Dezember 2014) ist bereits deutlich geworden, dass die Einigung auf das für 2015 in Paris angestrebte Abkommen keine leichte Aufgabe wird. Denn vorher gilt es noch einige Streitpunkte zu klären, die sich hauptsächlich um die Aufteilung der Lasten bei der CO2-Reduzierung zwischen Industrie-, Schwellen- und Entwicklungsländern drehen.

  • Mehrere Entwicklungsländer in Afrika, Asien und Lateinamerika fordern mehr Geld und mehr Mitsprache als Gegenleistung für den Klimaschutz.
  • Die Industrieländer fordern wiederum die Beteiligung von wirtschaftlich aufstrebenden Staaten wie China und Indien beim Klimaschutz. Sie sollen sich ebenfalls dazu verpflichten, gewisse Maßnahmen zu treffen, um die Emissionen zu reduzieren.
  • Man ist sich prinzipiell noch nicht einig, ob reichere Schwellenländer noch zu den Entwicklungsländern gezählt werden sollen oder sie künftig in Sachen Klimaschutz mit den Industrieländern gleichgestellt werden.
  • Strittig sind vor allem noch die Methode zur Errechnung der Emissionen, wie lange die Verpflichtungen dauern sollen und auf welchen Zeitraum sich die Emissionsreduktion erstrecken soll.

5. Das Zwei-Grad-Ziel

Was ist das Hauptziel des neuen Abkommens? Die 194 Mitgliedsstaaten der UN-Klimarahmenkonvention sollen sich 2015 dazu verpflichten, die weltweiten Treibhausgas-Emissionen bis zum Jahr 2050 um 40 bis 70 Prozent zu reduzieren. Damit soll verhindert werden, dass die Erderwärmung weiter zunimmt und der Temperaturanstieg soll auf 2 Grad Celsius begrenzt werden. Warum gerade 2 Grad? Laut Experten stellt dieser Wert eine kritische Grenze dar. Übersteigt die Erdmitteltemperatur diese Marke so sind die Folgen des Klimawandels laut Forschern nicht mehr beherrschbar. Diskutiert wird daher eine Verschärfung der Grenze auf 1,5 Grad Celsius anstatt auf 2 Grad.

6. Wichtige Punkte des Verhandlungstext für Paris
In dem rund 90-seitigen Verhandlungstext für das Klimaabkommen 2015, der als Grundlage für die Gespräche in Paris dient, durften alle Mitgliedsstaaten ihre zahlreichen Wünsche mit einbringen. Klimaschützer wie Greenpeace sehen diesen Entwurf aber kritisch, da es weniger um die Lösung wichtiger Fragen geht als darum, dass alle Länder ihre Vorstellungen vertreten sehen. Auch wird befürchtet, dass Länder wie die USA und China sich letztendlich durchsetzen und es nur zu einem "schwachen" Abkommen kommt, das weit hinter den Emissionszielen zurückbleiben wird, das Klimaschützern vorschwebt.

Eine weitere Schwachstelle des Textes ist, dass viele der Positionen zwar festgehalten wurden, aber man sich über die wenigsten davon auch einig ist. Daher strotzt das Verhandlungspapier nur so von eckigen Klammern, die dafür stehen, dass in diesem Punkt noch kein Einvernehmen erzielt worden ist.

Im Folgenden einige Punkte des Verhandlungstextes im Überblick:

  • Es wird festgehalten, dass es sehr wahrscheinlich ist, dass seit Mitte des 20. Jahrhunderts der Mensch durch seine Beeinflussung der Umwelt hauptverantwortlich für die Erderwärmung ist.
  • Die fossile Energieerzeugung sowie der Kohlenstoffeinsatz sollen schrittweise heruntergeschraubt werden und die Fördermittel für diese Formen der Energiegewinnung sollen reduziert werden.
  • Angesprochen wird auch, dass vor allem Entwicklungsstaaten finanzielle Unterstützung bei klimabedingten Katastrophen erhalten sollen.
  • Speziell eingegangen wird auf die Auswirkungen von Klimakatastrophen und Klimapolitik auf Kinder, Frauen und Randgruppen wie indigene Völker. Sie seien besonders schützenswert.
  • Der Text legt zudem fest, dass einzelne Länder künftig verstärkt die Wirksamkeit und Sinnhaftigkeit der gesetzten Klimaschutzmaßnahmen überwachen und über ihre Erfahrungen berichten sollen.

Auf der Klimakonferenz von Lima Ende 2014 wurde außerdem vereinbart, dass die einzelnen Staaten bis März ihre Einsparungsziele und Klimaschutz-Maßnahmen präsentieren sollen. Jedes Land darf dabei seine Ziele individuell festlegen.

Kommentare

strizzi1949
strizzi1949 melden

Ist doch alles Schwachsinn, solange die größten Dreckschleudern unserer Erde da nicht mitmachen! USA, Canada, China und fast der ganze Ostblock, sowie Afrika machen nicht mit! Was bringt es also, wenn wir in Europa noch mehr verringern, wir machen doch eh schon viel und werden dadurch immer weniger wettbewerbsfähig in der Welt!

higgs70
higgs70 melden

Ja klar, warum Wasser aus dem sinkenden Boot schöpfen, wenn andere es hineinströmen lassen? Nichts da, wir setzen uns bockig ins Eck und saufen mit ab. Dann haben wirs denen aber gezeigt!

Aber im Ernst, natürlich beteiligen sich andere, nicht-europäische Staaten kräftig daran, den Ast auf dem wir alle sitzen abzusägen. Aber daraus eine Legitimation für die eigenen Zerstörungen zu basteln ist ein gewagter logischer Doppelsalto mit anschließendem Bauchfleck.

Und wenn mans geschickt anlegt kann man auch mit Umweltschutz wettbewerbsfähig bleiben, aber es is trotzdem eine Frage der Prioritätensetzung. Und all diese Modelle kranken grundsätzlich daran, dass sie so tun, als ob Umwelt und Wirtschaft gleichwertige Systeme wären, das ist aber Humbug. Denn den Menschen und seine Wirtschaft braucht die Biosphäre nicht, umgkehrt schauts anders aus. Und wenn Letztere ruiniert ist gibts Ersteres auch nicht mehr. Also,gar keine Wahlmöglichkeit!

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