Klimabericht von

Dramatischer Klimawandel

Temperatur steigt weiter an - schwere Folgen für Wetter, Meeresspiegel und Arktis

Die Welt geht unter... © Bild: Thinkkstock/iStock

Der UN-Klimabericht geht von einer weiteren Erwärmung des Klimas mit dramatischen Auswirkungen auf das Wetter, Meeresspiegel und die Arktis aus. Die Schuld für den Anstieg sahen die Wissenschafter des Klimarates IPCC mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit (95 bis 100 Prozent) am Einfluss des Menschen.

"Der IPCC-Report zeigt, dass wir die Emissionen weltweit reduzieren müssen, um die schlimmsten Auswirkungen des Klimawandels zu vermeiden", sagte der Generalsekretär der World Meteorolgist Organsiation (WMO), Michel Jarraud, bei der Präsentation des Berichts in Stockholm.

Warnung vor Anstieg der Meeresspiegel

Der Weltklimarat warnt vor einem um gut ein Drittel höheren Anstieg der Meeresspiegel als bisher prognostiziert. Die Meeresspiegel drohen bis zum Jahr 2100 - je nach Szenario - um 26 bis 82 Zentimeter zu steigen, heißt es in der Zusammenfassung des ersten Teils des Berichts, die am Freitag in Stockholm verabschiedet wurde. In seinem vierten Sachstandsbericht von 2007 hatte der IPCC noch Anstiege zwischen von 18 bis 59 Zentimetern vorhergesagt. Durch den höheren Meeresspiegel könnten Inseln und flache Küstengebiete dauerhaft überflutet werden.

Die Weltgemeinschaft droht laut den Befunden des IPCC außerdem ihr Ziel einer Begrenzung der Erderwärmung auf zwei Grad deutlich zu verfehlen. Die Durchschnittstemperaturen würden je nach Szenario bis zum Jahr 2100 um einen Wert zwischen 0,3 und 4,8 Grad steigen. Dabei muss jeweils noch berücksichtigt werden, dass die Durchschnittstemperatur im Vergleich zum vorindustriellen Zeitalter bereits um etwa 0,8 Grad angestiegen ist.

Kaum beherrschbare Umweltfolgen

Bei einem Temperaturanstieg um mehr als zwei Grad im Vergleich zum vorindustriellen Zeitalter fürchten Wissenschafter kaum beherrschbare Umweltfolgen. So würde etwa das Risiko für Dürren und Stürme steigen. In den Beratungen über ein neues weltweites Klimaschutzabkommen, das bis 2015 stehen soll, hatte sich die internationale Gemeinschaft daher grundsätzlich auf das Zwei-Grad-Ziel verständigt.

Der IPCC ist sich in seinem neuen Bericht zudem noch sicherer als in seinem vorherigen Bericht von 2007, dass der Mensch die Hauptverantwortung für die Erderwärmung trägt. Hatte das UN-Gremium die Wahrscheinlichkeit im vierten Sachstandsbericht noch mit 90 Prozent angegeben, bezeichnete er die These nun als "extrem wahrscheinlich" - ein Begriff, der eine Wahrscheinlichkeit von 95 Prozent umschreibt.

Umweltschutzorganisationen appellieren an Regierungen

Die großen Umweltschutzorganisationen haben mit Appellen zum raschen Handeln auf die Präsentation des Weltklimaberichts reagiert. Greenpeace, Global 2000 und der WWF forderten die Regierungen dazu auf, die Warnungen der internationalen Wissenschafter ernst zu nehmen. "Der wissenschaftliche Konsens ist so groß wie nie. Heute leugnet kaum noch jemand, dass der Klimawandel zum überwiegenden Teil von Menschen verursacht wird", so Julia Kerschbaumsteiner, Klimasprecherin von Greenpeace.

Die Forscher haben Greenpeace zufolge eindeutiger als je zuvor bestätigt, dass unsere Abhängigkeit von fossilen Energieträgern die Atmosphäre und die Ozeane erwärmt, Gletscher zum Schmelzen bringt, den Meeresspiegel erhöht, das Ausmaß gewisser extremer Wettersituationen verstärkt und Elend höchsten Ausmaßes bei vielen der ärmsten Menschen der Welt verursacht. Noch sei jedoch genug Zeit vorhanden, den Klimawandel zu bekämpfen und mögliche katastrophale Auswirkungen zu verhindern.

Global 2000: "Weckruf für die Menschheit"

Die Umweltschutzorganisation Global 2000 sah den Bericht als Weckruf für die ganze Menschheit: "Alle müssen jetzt zusammenarbeiten, damit wir nicht in die schlimmste Krise seit Beginn der menschlichen Zivilisation stürzen", appellierte Klimasprecher Johannes Wahlmüller. "Bis jetzt war Klimawandel im Wahlkampf trotz Jahrhunderthochwasser und Dürre kaum ein Thema, die zukünftige Regierung muss sich dem Problem aber dringend stellen."

Nun sei "eindeutig klar, dass der Mensch verantwortlich für den Klimawandel ist – das steht mit 95-prozentiger Sicherheit fest". Wahlmüller: "Dazu droht, dass die Schwelle zu unkontrollierbarem Klimawandel überschritten wird, ab der sich die Menschheit nicht mehr an die Folgen anpassen kann. Extremwetterereignisse, Überschwemmungen und Dürren würden dann Millionen Menschen zu Flüchtlingen machen. Hungersnöte und Wasserknappheit Konflikte anheizen, ganze Staaten und Küstenmetropolen dem Meeresspiegelanstieg zum Opfer fallen.

WWF: "Sturmwarnung für alle Regierungen"

Der WWF sprach von einer "Sturmwarnung für alle Regierungen, ihren eigenen Report ernst zu nehmen und alle klimaschädlichen Emissionen drastisch zu reduzieren". "Wir müssen eine Zukunft zwischen Sintflut und Wüste vermeiden“, so WWF-Geschäftsführerin Andrea Johanides. „Diejenigen, die heute noch auf Kohle und fossile Energieträger setzen, sind verantwortlich für den von Menschen gemachten Klimawandel und dessen schreckliche Folgen für die Natur und die Menschen“, meinte sie. Das Zeitfenster, in dem sich die größten Katastrophen für Menschen und die Artenvielfalt noch verhindern lassen, werde immer kleiner. "Die Politik hat alle Instrumente dazu in der Hand, auch die notwendigen Technologien sind bereits auf dem Markt“, so Johanides.

Kommentare

Es ist schade, dass solche Berichte absolut nichts neues sind, aber die Menschheit nichts ändern wird bis es zu spät ist. In der Welt meiner Kindeskinder möchte ich nicht leben müssen..

Die Planetensanierung wird sehr teuer. 1 kg CO2 aus der Atmosphäre filtern und spalten 8 kWh. Den Ausstß vom letzten Jahre 250.000 TWh. Das ist 12 mal mehr als die Menschheit heute an Strom erzeugt. Geht natürlich nur mit CO2 freien Strom aus Sonne und Wind. http://calculation-error.org

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