Kleintiere lieben es ordentlich: Geordnete Strukturen für Zwerghasen und Hamster

In Unordnung verändert sich sogar Sozialverhalten

Ein Forscherteam der "East Virginia University" in Charlottetown hat herausgefunden, dass Kleintiere ein außerordentliches Bedürfnis nach geordneten Strukturen in ihrer unmittelbaren Umgebung haben. Die Biologen Prof. Jerry Lacey und Prof. Tom Cagney haben in einer Versuchsreihe Zwerghasen und Hamster mit drei Räumen konfrontiert, die unterschiedlich ordentlich eingerichtet waren.

Ein Raum wurde in peinlicher Ordnung gehalten ("clean room"), ein zweiter in einen Zustand versetzt, wie er für belebte und genutzte Zimmer typisch ist, das heißt, es herrscht dort keine penible Ordnung, aber es war sauber und strukturiert ("active room") und ein dritter Raum wurde zum Chaosraum ("messy room") gemacht, ähnlich den Zimmern von Kindern und jungen Menschen, die sich keine Zeit für das Zusammenräumen nehmen. Die Tiere zeigten eine eindeutige Präferenz für den clean room. Erst als dieser zu voll wurde, weil sich alle Tiere dorthin orientierten, wurde auch der active room genutzt.

In einer zweiten Anordnung wurde untersucht, wie sich das Sozialverhalten von Zwerghasen verändert, wenn die Sauberkeit in den Lebensräumen abnimmt. Dazu wurde in den Räumen täglich mehr und mehr Mist abgelagert und die Reaktionen von jeweils vier zusammen lebenden Tieren beobachtet. Nach wenigen Tagen begannen die Tiere zuerst zueinander aggressiv zu werden, um dann in Lethargie zu verfallen. Manche Tiere fraßen ihr Futter nicht mehr und mussten aus der Versuchsanordnung entfernt werden, andere wiederum begannen maßlos zu fressen und nahmen entsprechend zu.

Prof. Lacey, der die Untersuchung in einer von allen wichtigen Netzwerken der USA übertragenen Pressekonferenz in Richmond vorstellte, meinte dazu, dass er allen Menschen, die Kleintiere halten, dringend anrät, für penible Sauberkeit in den Räumen zu sorgen. "Nur wenn Ordnung herrscht, fühlen sich die Lieblinge wohl.
Wer das nicht beachtet, macht die kleinen Tiere unglücklich," so Lacey.