Kleiner Bub in London barbarisch hingerichtet

Experte: Opferritual für eine nigerianische Meeresgöttin Hilfe von südafrikas einzigartiger "Okkultismus-Polizei"

Kleiner Bub in London barbarisch hingerichtet

Nach einem mutmaßlichen Ritualmord an einem kleinen afrikanischen Buben, dessen Torso im Jahr 2001 aus der Themse gezogen wurde, kamen britische Ermittler nach Südafrika. Sie suchten - und fanden - Hilfe bei der "Okkultismus-Polizei".

Südafrikanische Ermittler fanden die Wurzeln des Rituals in Nigeria. Es war wahrscheinlich ein barbarisches Opferritual für eine nigerianische Meeresgöttin. Die Mörder haben vermutlich auch das Blut des Kindes getrunken, schätzt Südafrikas prominentester Naturheiler. Credo Mutwa war nach Angaben der Zeitung "The Star" von zwei Scotland Yard-Detektiven befragt worden, die den traditionellen Medizinmann um Hilfe baten. Inspektor Will O' Reilly erklärte, es bestünden große Chancen dafür, dass er und sein Kollege nun die Recherchen in Westafrika fortsetzen könnten.

Die Fahnder sind diese Woche in Südafrika, um die Hilfe der weltweit einzigartigen Okkultismuspolizei in Pretoria in Anspruch zu nehmen. Der von ihr konsultierte Naturheiler vermutet, dass der bisher nicht identifizierte Bub aus Nigeria stammt. An ihm könnte das "Obeh" genannte Tötungsritual vollzogen worden sein. Dafür müssen die Täter unter anderem das Blut eines unschuldigen Kindes trinken. An diesem Freitag will sich auch Südafrikas Ex-Präsident Nelson Mandela in die Suche nach den Umständen und der Identität des Opfers einschalten.

Südafrikas Okkultismuspolizisten sind die Spezialisten im Kampf gegen grausame Ritual-Verbrechen. "Jeden Monat dürfte in Südafrika wohl ein Mensch den "Mushonga" genannten rituellen Tötungen zum Opfer fallen", schätzt der Chef der Ermittlungsbehörde in Pretoria, Gerard Lambuschagne.

Lambuschagnes Einheit hat einen so guten Ruf, dass nun auch Großbritanniens Scotland Yard seine Ermittler ans Kap beordert hat. Sie sind dem mysteriösen Tod eines afrikanischen Buben auf der Spur, dessen Leichnam - ohne Arme, Beine und Kopf - am 21. September 2001 bei London aus der Themse gefischt worden war.

Nur mit einer in Deutschland gekauften kurzen Hose war er bekleidet. Der Kopf war "auf ungewöhnliche Weise abgetrennt worden", so das Polizeiprotokoll. Um den Unbekannten wenigstens benennen zu können, haben ihm britische Polizisten den Namen "Adam" gegeben. Nun ist Adams Torso in Afrika, wo südafrikanische Gerichtsmediziner den Leichnam erneut obduziert haben.

Ihr Urteil stimmte mit dem der britischen Kollegen überein: der Leichnam weist Spuren eines Ritualmordes auf. Die britischen Ermittler sollen nun mit der weltweit einzigartigen Spezialeinheit für Okkultismusverbrechen der südafrikanischen Polizei in Pretoria ein "biologisches Bild" von Adam zeichnen. Es soll Auskunft über Herkunft und Todesumstände geben.