Klausnitzer legt Konzept für 'ORF 2010' vor:
Befreiung von Quotenhörigkeit gefordert!

"Strategie entscheidet, ob es ORF 2016 noch gibt"

Ex-News-Geschäftsführer Rudi Klausnitzer hat die Einladung zum Hearing vor ORF-Wahl am 17. August angenommen, weil er glaubt, "dass die Diskussion um die Zukunft des ORF auf breiter Basis geführt werden soll". Wenn das Hearing dazu führe, "mehr Klarheit über die zukünftige Unternehmensstrategie zu bekommen, hat es - unabhängig vom Ausgang der Wahl selbst - schon eine wichtige Funktion erfüllt", erläuterte Klausnitzer seine Motivation.

"Die Strategie und das Verhalten des ORF in den kommenden Jahren werden darüber entscheiden, ob es das Unternehmen in seiner heutigen Form und Größe im nächsten Jahrzehnt noch geben wird", glaubt der ehemalige ORF-Mann, der auch über Erfahrung auf dem deutschen Fernsehmarkt verfügt.

Klausnitzer will den Stiftungsräten am kommenden Donnerstag die wesentlichen Punkte seines Konzeptes "ORF 2010" präsentieren. "Dabei sind journalistische Unabhängigkeit und faire, objektive Berichterstattung genauso wichtig, wie die Befreiung von bedingungsloser Quotenhörigkeit. Der ORF soll in Zukunft seine Eigendefinition als Marktführer vor allem auf dem Sektor der Qualität beweisen. Dazu kommt die Vorbereitung des Unternehmens auf die tief greifenden Veränderungen der audiovisuellen Medienlandschaft des nächsten Jahrzehntes."

Das bestehende Programmschema des ORF-Fernsehens würde Klausnitzer im Fall seiner Wahl "unter Aufhebung der altersmäßigen Aufteilung der Kanäle" reformieren, wie es in seinem Strategiepapier, das der APA vorliegt, heißt. Weitere Pläne: Ein multimedial aufgesetzter ORF-Nachrichten-Kanal als digitales Spartenangebot, ein spezifisches Spartenangebot für Kinder, die Intensivierung der österreichischen Programmproduktion, die stärkere Verbindung von "Unterhaltung und 'Social Skills'" sowie der Ausbau von "Public Viewing" auf öffentlichen Plätzen. (apa/red)