Klassiker in Monaco erhält Konkurrenz:
Die Formel 1 setzt ab 2008 auf Stadtrennen

Begeisterung vieler Piloten hält sich aber in Grenzen PLUS: Reges Treiben bei der WM-Kalenderplanung

Klassiker in Monaco erhält Konkurrenz:
Die Formel 1 setzt ab 2008 auf Stadtrennen

Auch abseits der Rennstrecke hat sich im Formel-1-Zirkus in den vergangenen Tagen eine Menge getan. Zampano Bernie Ecclestone hat Valencia und Singapur und damit zwei Stadtrennen a la Monaco in den WM-Kalender aufgenommen, beide Veranstaltungen werden bereits 2008 debütieren. 2009 wird Abu Dhabi hinzukommen, wo ebenfalls ein Stadtkurs mit Hafen-Rundfahrt wartet. Bei den Piloten hält sich die Begeisterung in Grenzen.

Gleichzeitig wurde auch der Vertrag mit dem Circuit de Catalunya in Montmelo bei Barcelona vorzeitig bis 2016 verlängert. Laut Ecclestone werden Valencia und Singapur die einzigen Neuaufnahmen für 2008 bleiben. Wie viele Rennen es kommende Saison geben wird, ist laut dem 76-Jährigen aber noch offen, auf lange Sicht sind "maximal 20" angestrebt. 2005 waren es 19 und 2006 dann 18 Rennen, während heuer lediglich 17 auf dem Programm stehen.

"Wir müssen schauen, dass wir den Konsumenten nicht überstrapazieren", glaubt McLaren-Teamchef Ron Dennis, dass weniger mehr sein könnte. Schauen muss man wohl auch erst, ob die Piloten der Inflation an Stadtrennen wirklich viel Positives abgewinnen können. Vor allem auf Grund der Sicherheitsvorkehrungen. "Die Formel 1 hat in den vergangenen Jahren versucht, die Sicherheit zu verbessern und die Autos langsamer zu machen. Irgendwie ist es schwer zu verstehen, was die Formel-1-Bosse wollen", gab Weltmeister Fernando Alonso zu Protokoll.

Schumacher macht sich Sorgen
Und Ralf Schumacher, der Sprecher der Fahrervereinigung GPDA, meinte besorgt: "Da schlagen zwei Herzen in der Brust. Die Atmosphäre ist unschlagbar, aber Stadtkurse können nie so sicher sein wie eine richtige Rennstrecke. Es ist nur eine Frage der Zeit bis etwas passiert und je mehr Stadtrennen es gibt, umso größer ist das Risiko."

Hinzu kommt, dass in Singapur sogar ein Nachtrennen geplant ist. Mark Webber verwies darauf, dass Formel-1-Autos keine Lichter haben, und Nick Heidfeld darauf, dass auch die Szenarien eines Regenrennens oder sogar eines Stromausfalls bedacht werden sollten. "Der Schuss kann ganz schnell nach hinten losgehen, wenn man seine Hausaufgaben nicht macht", urteilte Webber. Ecclestone versucht jedoch die Gemüter zu beruhigen, niemand brauche sich um die Sicherheit der Fahrer Sorgen machen.

Delhi gilt als weiterer Anwärter für einen Stadt-Grand-Prix. Die Konkurrenz für den Klassiker in Monaco wächst also ordentlich. Die Liste der weiteren Bewerber reicht von Mexiko bis Südafrika, von Griechenland bis Südkorea. Eine Rückkehr von Imola ist für Ecclestone derzeit kein Thema. Und Österreich? Ein Comeback des rot-weiß-roten Grand Prix, zuletzt ausgetragen am 18. Mai 2003 in Spielberg, scheint derzeit in weiter Ferne zu liegen.

(apa/red)