Klasnic-Kommission hat entschieden: Weitere Missbrauchsopfer erhalten Gelder

Zehn von elf Fällen wurden positiv entschieden 556 Menschen haben sich an Kommission gewandt

Klasnic-Kommission hat entschieden: Weitere Missbrauchsopfer erhalten Gelder © Bild: Reuters/Neubauer

Die von Kardinal Christoph Schönborn eingesetzte Opferschutzanwaltschaft hat weitere Entschädigungszahlungen beschlossen. Zehn von elf Fällen wurden positiv entschieden, erklärte die ehemalige steirische Landeshauptfrau Waltraud Klasnic, Leiterin der Kommission. Summen wollte Klasnic keine nennen. Insgesamt haben sich bisher 556 Menschen, die sich als Missbrauchsopfer sehen, an die Opferschutzanwaltschaft gewandt.

Ein Fall, der in der Sitzung am Mittwoch beraten worden war, wurde abgelehnt. Über den Grund gab Klasnic keine Auskunft. Die Entschädigungen für die zehn positiv entschiedenen Fälle betreffen laut Klasnic drei der vier festgelegten Kategorien (5.000 Euro, 15.000 Euro, 25.000 Euro und Beträge darüber), genaueres wollte die Leiterin der Kommission nicht bekanntgeben. Weitere Anzeigen durch die Kommission - bisher gab es vier - wurden am Mittwoch nicht beschlossen. Immer wieder würden neue Meldungen an die Opferschutzanwaltschaft dazukommen. Aus Überblicksgründen sollten sich weitere Opfer bis Jahresende melden, appellierte Klasnic.

Vor rund zwei Wochen hatte die Kommission die ersten Entschädigungszahlen in zehn Fällen beschlossen. Die Plattform "Betroffene Kirchlicher Gewalt" hatte die Entschädigungssummen der Kommission als "beschämend niedrig" bezeichnet. Klasnic verwies am Mittwoch auf Nachfrage darauf, dass die meisten Fälle, mit denen sich die Opferschutzanwaltschaft auseinandersetze, gesetzlich bereits verjährt seien und es sich um eine freiwillige Leistung an die Opfer handle. Außerdem würden die Summen, die es vom Staat gäbe, sogar noch erhöht, und man spreche beispielsweise Therapien zu, wenn dies gewünscht werde.

Gefragt zum Fall jenes 60-jährigen Steirers, der die Republik Österreich klagt, weil jemand haften müsse, wenn sich die Kirche durch das Konkordat der Kontrolle entziehen könne, wie seine Anwältin argumentiert, meinte Klasnic: Österreich sei ein Rechtsstaat und jeder habe das Recht, diesen Weg zu beschreiten.